Susanne Viktoria Haupt
27. Januar 2020

Meg, Jo, Beth und Amy

Ein Klassiker im neuen Gewand: „Little Women“ stürmt die deutschen Leinwände

Wurde schon mehrfach erzählt, aber ein guter Klassiker zeichnet sich eben auch durch Zeitlosigkeit aus: „Little Women“ von Greta Gerwig

1994 verfilmte die australische Regisseurin Gillian Armstrong mit „Betty und ihre Schwestern“ eine meiner liebsten Geschichten als Kind. Ich konnte es kaum erwarten, meine Freundinnen Meg, Jo, Beth und Amy endlich als Film-Version erleben zu dürfen. Vor allem Jo, der schreibende Bücherwurm, hatte es mir angetan und wegen der damaligen Verfilmung bin ich bis heute ein großer Fan von Winona Ryder. Nun schafft es der Stoff von Louisa May Alcott, die 1868 mit „Little Women“, so der Originaltitel, nicht nur den ganz großen Durchbruch schaffte, sondern damit auch einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte festgehalten hatte, erneut in die Kinos. Und bereits im Vorfeld wurde die neue Version gefeiert. Das lag zum einen an der Regisseurin. Denn Greta Gerwig hat sich in den vergangenen Jahren sowohl als Schauspielerin (zum Beispiel in „Frances Ha“), aber auch als Regisseurin und Drehbuchautorin („Lady Bird“) hervorgetan.

Für „Little Women“ hat sie nicht nur einen beeindruckenden Cast zusammengestellt, sondern holt auch ihre Hauptdarstellerin von „Lady Bird“, Saoirse Ronan, wieder mit ins Boot. Neben Ronan, die die Rolle der Jo übernimmt, darf sich das Publikum auf Emma Watson (bekannt als Hermione Granger) als Meg, Florence Pugh (bekannt aus „Fighting with my Family“) als Amy und Eliza Scanlen als Beth freuen. Umsorgt wird das Gespann der March-Schwestern von Meryl Streep als Tante March. Für die Rolle des Laurie Laurence hat sich Greta Gerwig Hollywoods neuen Liebling Timothée Chalamet gegriffen. Auch mit ihm hatte sie bereits bei „Lady Bird“ zusammengearbeitet.

Aber worum geht es denn nun eigentlich bei „Little Women“? Erzählt wird die Geschichte der March-Schwestern Meg, Jo, Amy und Beth. In Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs stehen sie ohne männliches Oberhaupt im Leben. Nun liegt es an dem weiblichen Gespann, sich über Wasser zu halten. Nebenbei müssen sie aber auch die Aufs und Abs und die Hürden des Erwachsenwerden meistern. Dabei sind es vor allem die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Schwestern, die für reichlich Zündstoff sorgen. Meg ist die Älteste und möchte unbedingt alles richtig machen. Gesellschaftliche Konventionen und die Erwartungen, die an sie gestellt werden, haben oberste Priorität. Jo hingegen ist deutlich rebellischer und möchte mit den traditionellen Konventionen brechen. Als junge Frau möchte sie in jeglicher Hinsicht unabhängig sein und ihren Traum von einer Schriftstellerin-Karriere verwirklichen. Laurie Laurence ist ihr bester Freund und bestärkt sie immer wieder auf ihrem Weg. Beth, die Zweitjüngste, ist die fürsorglichste von allen. Sie möchte ihr Leben ihrer Familie und der Gemeinschaft widmen. Amy, die Jüngste wiederum, ist selten zufriedenzustellen und hat eine stark egoistische Ader. Sie möchte nicht nur alles, sondern auch das, was sich ihre Schwestern wünschen. So unterschiedlich die Schwestern aber auch sein mögen, und so sehr sich ihre angestrebten Wege voneinander unterscheiden, so eng ist doch ihre Bindung. Für Fans von Greta Gerwig und dem Klassiker „Little Women“ ist heute Kino-Zeit angesagt. Im Kino am Raschplatz wird der bereits mehrfach ausgezeichnete und unter anderem für den Oscar nominierte Film im Original gezeigt.

Montag, 27. Januar 2020:
„Little Women“, Spielfilm von Greta Gerwig, USA 2019, 135 min., OmU, Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 20.45 Uhr, Eintritt: 9 Euro, ermäßigt: 8,50 Euro

  • weitere Aufführung im Original:
  • Mittwoch, 5. Februar, 20.45 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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