Jörg Smotlacha
16. Januar 2020

Gut ist das alles nicht

Der Klassiker aller Horrorfilm-Parodien: „Tanz der Vampire“ im Kommunalen Kino im Künstlerhaus

"Tanz der Vampire", DVD-Cover

„In jener Nacht wusste Professor Abronsius noch nicht, dass er das Böse mit sich schleppte“: „Tanz der Vampire“, Cover-Motiv

Kaum zu glauben: Aber auch dieser Film-Klassiker hat schon mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel: Roman Polanskis „Tanz der Vampire“ stammt aus dem Jahre 1967 und enthält gleich eine ganze Reihe von großartigen Szenen, die in die Filmgeschichte eingingen. Und da die untoten Protagonistinnen und Protagonisten ja auch mehrere hundert Jahre alt sind, darf man dem Film durchaus attestieren, ohnehin zeitlos zu sein. Auf jeden Fall aber ist es Polanski gelungen, gleichzeitig einen authentisch schönen Vampirfilm mit unglaublich stilvollem Ambiente (die Gaststätte in den Karpaten, die in ihrer Gruft aus den Särgen steigenden Vampire, die Knoblauchzehen und der Spiegelsaal) zu drehen, als auch die vielleicht beste Parodie aller Zeiten.

Aber erst einmal zur Story: Professor Abronsius (Jack MacGowran) hat wegen allzu gewagter Theorien zum Vampirismus seinen Lehrstuhl an der Universität von Königsberg verloren und reist nun mit seinem leicht beschränkten Assistenten Alfred (Roman Polanski) in die Südkarpaten, um dort den Vampirismus zu erforschen und zu bekämpfen. Die beiden nächtigen in einem seltsamen Dorf-Gasthof, wo das Unheil alsbald seinen Lauf nimmt. Während der Gastwirt (Alfie Bass) bestreitet, dass es in der Nähe ein von Untoten bevölkertes Schloss gäbe, entdecken Abronsius und Alfred Knoblauch-Girlanden, lernen eine buckligen Knecht kennen und suchen weiter nach Zeichen für Vampirismus. Alfred verguckt sich obendrein in die Tochter des Wirts, Sarah (Sharon Tate), die leider bei einem Bad in den Gemächern von Abronsius und Alfred von Graf Krolock (Ferdy Mayne) in die Halsschlagader gebissen wird.

Nun müssen die beiden „Fearless Vampire Killers“ (Originaltitel) sich in Richtung des unheimlichen Schlosses aufmachen, wo sie unter anderem Krolocks homosexuellem Sohn Herbert (Iain Quarrier) begegnen und Sarah wiederfinden. Doch gut ist das alles nicht. Denn „in jener Nacht wusste Professor Abronsius noch nicht, dass er das Böse, das er für immer zu vernichten hoffte, mit sich schleppte. Mit seiner Hilfe konnte es sich endlich über die ganze Welt ausbreiten.“ Heute läuft „Tanz der Vampire“ im Kommunalen Kino im Künstlerhaus – eine seltene Gelegenheit, den Film-Klassiker einmal wieder auf der großen Leinwand zu sehen.

Donnerstag, 16. Januar 2020:
„Tanz der Vampire“, Spielfilm von Roman Polanski, GB 1967, 107 min., Kommunales Kino im Künstlerhaus, Sophienstr. 2, 30159 Hannover, Beginn: 14.45 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt: 4,50 Euro

(Foto: Pressefoto/DVD-Cover)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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