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Auf der Suche nach dem Glück

Ein poetischer Klassiker in Schwarz-Weiß: „Entre la mer et l’eau douce“ von Michel Brault wird heute im Kino im Sprengel gezeigt

Ein Stück frankokanadische Filmkunst: „Entre la mer et l’eau douce“ von Michel Brault, Filmplakat

Was sagt man zu seinen Kindern, wenn sie beginnen, ihre eigenen Wege zu gehen? „Hauptsache ist, dass Du glücklich bist“. Glück scheint neben Gesundheit und Liebe das höchste Gut zu sein. Situativ glücklich sind wir aber immer nur sporadisch. Den ganzen Tag im Glückstaumel würde kein Mensch aushalten. Zufriedenheit ist eine deutlich bessere Basis. Dennoch machen wir uns immer auf die Suche nach dem Glück. Wir glauben, sie im Job finden zu können oder aber in der Partnerschaft. Wir suchen nach der Bestimmung, die uns erfüllt und glücklich macht. Die Suche nach dem Glück ist demnach stets ein Stückchen Sinn-Suche. Daher gibt es auch zahlreiche Songs, Romane, Gedichte und Filme über eben diese Suche. Und genau darum geht es auch in dem 1967 abgedrehten Schwarz-Weiß-Film „Entre la mer et l’eau douce“ von Michel Brault.

Claude Tremblay (Claude Gauthier) zieht es hinaus in die Welt. Im Gepäck der Wunsch nach dem großen Glück. Als Teil der französischen Minderheit in Kanada hat er es allerdings nicht sonderlich leicht. Er arbeitet zunächst in einem Schlachthof, dann bei der Müllabfuhr. Nichts davon erfüllt ihn, bis er Geneviève (Geneviève Bujold) kennen und lieben lernt. Auch Geneviève liebt ihn, aber auf lange Sicht scheint das Claude nicht auszureichen. Nun möchte er sein Glück als Musiker versuchen, aber all seine Bemühungen treiben ihn weiter von seiner einstigen Liebe weg. Auch ein Rückzug in die Heimat zeigt ihm nur, dass man, wenn man seinen gewohnten Platz erst für etwas Neues aufgibt, das Ursprüngliche unwiderruflich verliert.

„Entre la mer et l’eau douce“ zeigt sehr eindrucksvoll, dass das Streben nach vermeintlich mehr oder einem besseren Glück kein Problem ist, das sich erst in den vergangenen zwei oder drei Jahrzehnten durch den Zeitgeist herausgebildet hat. Die Idee zum Film kam übrigens auch von Michel Brault. So hat er nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch verfasst. Die Musik kam ebenfalls aus den eigenen Reihen und wurde vom Protagonisten Claude Gaulthier beigesteuert. Der 2013 verstorbene Brault gilt bis heute als Ikone des frankokanadischen Films. Er verfasste nicht nur mehrere Drehbücher und führte Regie, sondern begeisterte auch als Kameramann. Beim Actionfilm „Gnadenlos“ von Richard Pierce aus dem Jahre 1986 fing er beispielsweise das Traum-Duo Kim Basinger und Richard Gere mit seiner Kamera ein. Sein Erfolgsdrama „Entre la mer et l’eau douce“ wird heute im Kino im Sprengel gezeigt.

Donnerstag, 6. Februar 2020:
„Entre la mer et l’eau douce“, Filmdrama von Michel Brault, Kanada 1967, 85 min., OmU, Kino im Sprengel, Klaus-Müller-Kilian-Weg 2, 30167 Hannover, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro

(Foto: Filmplakat)

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