Cosma Jo Gagelmann
17. Februar 2020

Freundschaft kennt weder Alter noch Krankheit

„Tutto quello che vuoi“: Das Kino am Raschplatz zeigt eine außergewöhnliche Freundschaft zwischen einem herumirrenden jungen Mann und einem vergessenen Poeten

Tutto quello che vuoi

Alessandro (Andrea Carpenzano) und Giorgio (Giuliano Montaldo) haben sich nicht gesucht und doch gefunden, Filmplakat

Sie ist die mächtigste Kraft neben der Liebe: die Freundschaft. Wer echte Freunde hat, den kann nichts erschüttern. Freunde sind immer da, wenn man sie braucht. Freunde bringen einen zum Lachen, auch wenn einem gerade eher nach Weinen ist. Freunde sind ehrlich, auch wenn es wehtut. Durch Freunde vergisst man die Sorgen des Alltags. Freunde bringen Spaß und Abwechslung ins Leben. Freunde sind einfach unverzichtbar. Zwar gehen manche Freundschaften mal kaputt, aber es kann auch sein, dass man sich ein zweites Mal im Leben sieht. Echte Freundschaft hält ewig, egal wie oft man streitet oder was passiert. Vor allem ist es egal, wie alt man ist. „Freundschaft, das ist eine Seele in zwei Körpern“, sagte schon Aristoteles.

Der zweiundzwanigjährige Studienabbrecher Alessandro (Andrea Carpenzano) hat keine wirkliche Perspektive im Leben. Er verschwendet seine Lebenszeit damit, in seiner Gegend sinnlos auf der Straße mit seinen Kumpels abzuhängen. Er schwärmt für eine Kellnerin, hat aber heimlich eine Affäre mit der Mutter eines Kumpels. Stellt sich ihm etwas in den Weg, boxt er ihn sich wieder frei. Doch irgendwann reißt seinem Vater (Antonio Gerardi) der Geduldsfaden und er fordert, dass Alessandro sich endlich einen vernünftigen Job sucht und etwas aus seinem Leben macht. Der Vater hat auch gleich den passenden Job: Alessandro soll sich um den fünfundachtzigjährigen Poeten Giorgio (Giuliano Montaldo) kümmern. Der einst so berühmte und erfolgreiche Mann wurde von seiner Umgebung eigentlich schon vergessen, denn er leidet an Alzheimer. Zwar ist er dadurch weniger geistig fit, doch er hat immer noch seine Würde und seinen Stolz und will Spaß am Leben haben. Genauer: Alessandro soll den alten Greis auf seinen täglichen Spaziergängen begleiten, wovon er am Anfang nicht gerade begeistert ist. Doch das Zusammentreffen mit Giorgio verändert ihn, ohne dass er es merkt. Die Art und Weise von Giogio, das Leben zu betrachten, färbt schließlich auf Alessandro ab. Er wird nachdenklicher, ruhiger und sich selbst bewusster. Außerdem entstehen immer wieder komische Situationen durch Giorgios Krankheit. Auch seine Freunde finden die Abmachung komisch, bis Giorgio Alessandro einen entscheidenen Tipp gibt, der Alessandro und seine Freunde zu einem Schatz führen könnte. US-Soldaten haben Ende des Zweiten Weltkrieges in der Toskana etwas vergraben. Mal sehen, ob das nicht aufzufinden ist…

Regisseur Francesco Bruni, der durch seinen Film „Scialla – Eine Geschichte aus Rom“ bekannt geworden ist, bezaubert auch mit seinem neuen Film „Alles was du willst“. Natürlich hat man so eine Freundschaft wahrscheinlich so oder so ähnlich schon mehrfach im Kino gesehen, aber trotzdem ist diese anders. Trotz der Krankheit wird Giorgio immer würdevoll dargestellt, auch in albernen Situationen. „Man schreibt, wenn man nicht weiß, wohin mit all der Liebe“ sagt Giorgio zu Alessandro. Und genau diese Weisheit beschreibt auch den Film: Er ist voll von Nächstenliebe, Fürsorge, Verbundenheit und viel Liebe, die in allen Figuren steckt.

Montag, 17. Februar 2020:
„Tutto quello che vuoi – Alles was du willst“, Film von Francesco Bruni, Italien 2017, 106 min., italienische OmU, Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 8 Euro (Wein-Umtrunk inklusive)

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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