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Minus vier dank Schludrigkeit

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei der SpVgg. Greuther Fürth

Cedric Teuchert

Könnte vielleicht endlich einmal entscheidend helfen: 96-Stürmer Cedric Teuchert

Mann, wie habe ich es gehasst, wenn ich mir dienstags vor dem Training von meinem Coach habe anhören müssen, wie blöd mein Team und ich uns mal wieder direkt nach dem eigenen Führungstreffer angestellt haben und den Gegner quasi zum Ausgleich eingeladen haben. Gut, wenn das Spiel dann noch 60 Minuten zu bieten hatte und meine Jungs und ich dann doch noch die Punkte holten, war das ja noch einigermaßen zu ertragen. Doch wenn man aufgrund der eigenen Schlafmützigkeit Punkte verschenkte, die am Ende für den Aufstieg fehlten, waren wir alle doch schon ziemlich angefressen in derartigen Situationen.

Zu viele individuelle Fehler

Für Hannover 96 geht es aktuell nicht mehr um den Aufstieg, sondern sehr konkret um den Abstieg. Umso ärgerlicher ist es, wenn man sich durch die eigene Schludrigkeit um Punkte im Kampf um die Klasse bringt. In dieser Saison bereits so geschehen in Karlsruhe und nun wieder einmal gegen Wehen Wiesbaden. Trotz später Führung kassierten die Roten alsbald den Ausgleich. Vier Punkte hätten mehr auf dem 96-Konto stehen können, was einen Abstand von sechs Zählern zur Roten Zone bedeuten würde. Stattdessen sind es nur zwei zum VfL Bochum auf dem Relegationsrang – und nur weil sich Wiesbaden und Bochum am Sonntag gegenseitig die Punkte nehmen werden, kann Hannover an diesem Spieltag nicht auf Platz 16 abrutschen. Diese vier Punkte könnten noch sehr teuer werden. All zu viele individuelle Fehler, wie der von Ron-Robert Zieler am letzten Wochenende, übersteht Hannover 96 in der aktuellen Konstellation jedenfalls nicht mehr.

Skepsis ist angebracht

Alles schlecht reden will ich aber auch nicht. Entgegen meiner Befürchtung hat es 96 ja geschafft, das Spiel gegen Wehen-Wiesbaden aus einem 0:1 zunächst auf 2:1 zu drehen. Da hat 96 gezeigt, dass es lebt, dass ein Wille zu spüren ist. Und wie heißt es doch so schön: neues Spiel, neues Glück. Doch in diesem und den darauffolgenden Spielen bekommt es Hannover nun mit den Top-Teams der Liga zu tun: Nach der Spielvereinigung Greuther Fürth muss es 96 mit Hamburg und Bielefeld aufnehmen. Skeptiker sehen bereits den Ein-Punkte-Februar auf die Roten zukommen.

Eigene Fehler minimieren

Der heutige Gegner, Greuther Fürth, stand vor diesem Wochenende auf dem vierten Tabellenrang. Aus den letzten fünf Heimspielen holten die Kleeblätter vier Siege und ein Remis gegen den Erzrivalen aus dem angrenzenden Nürnberg. Somit darf man Fürth im Duell mit 96 trotz der finanziellen Kräfteverhältnisse getrost die Favoritenrolle zuschieben. Hannovers Trainer Kenan Kocak weiß jedenfalls, dass ein schwerer Brocken bevorsteht. Er attestiert der Spielvereingung eine passende Kaderstruktur, in welcher klare Abläufe zu erkennen seien. Dennoch ist er selbsbewusst und sagt: „Wir haben die Qualität in unseren Reihen, um ein erfolgreiches Spiel zu absolvieren“. Die eigenen Fehler müssten nur minimiert, am besten abgestellt werden, und es darf insgesamt eine Schippe draufgelegt werden. In Zukunft wolle er eine bessere Verteidigungsmentalität in die Truppe hereinbekommen, damit bei 96 hinten die Null stehe. Es wäre doch ein guter Zeitpunkt, diese gegen Fürth mal stehen zu lassen.

Tippen auf Wundertüten

Fakt ist, dass Hannover 96 vor einer schweren Auswärtspartie bei einem der aktuell besten Teams der 2. Liga steht. Mit Hendrik Weydandt und John Guidetti fallen zwei Sturmspitzen definitiv aus, doch mit Cedric Teuchert steht der Torschütze zum 2:1 gegen Wiesbaden bereit für die Startelf. Auch Neuzugang Philipp Ochs könnte eine Option sein – hier wollte sich Kocak auf der Pressekonferenz, wie eigentlich jedes Mal, aber nicht in die Karten schauen lassen. Ob die Roten etwas Zählbares aus Bayern mitnehmen? Keine Ahnung. Mehr Wundertüte als Hannover 96 geht kaum noch. Und da ich zuletzt immer daneben tippte, hoffe ich, dass 96 nicht wieder dank der eigenen Schludrigkeit Punkte hergibt. Aber ich tippe troztdem auf eine 0:1-Niederlage. Wahrscheinlich reden wir nächste Woche dann über eine schludrige Chancenverwertung.

Sonntag, 9. Februar 2020, 13.30 Uhr:
SpVgg Greuther Fürth – Hannover 96

(Foto: Jo Atmon/Wikipedia, Copyright: Elmar J. Lordemann [1])

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