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Geld muss man nicht klauen, wenn man es sich selbst drucken kann

„Haus des Geldes“ ist neben „Elite“ und „Die Telefonistinnen“ eine der erfolgreichsten Serien Spaniens. Heute startet auf Netflix bereits die vierte Staffel

Haus_des_Geldes

Zum Schutz ihrer Identität tragen sie meist eine Dalí-Maske, einen roten Anzug und Städte-Namen: Berlin, Oslo, Helsinki, Nairobi, Der Professor, Moskau, Denver, Rio und Tokio

Das perfekte Verbrechen. Einen genialen Plan verwirklichen, fette Beute machen und nicht erwischt werden. Unzählige Langfinger auf der ganzen Welt träumen davon. Doch das zu erreichen ist nicht leicht. Man braucht eine bis ins Detail durchdachte Idee, die alle Eventualitäten abdeckt und für jede Komplikation den passenden oder am besten gleich mehrere passende Auswege parat hat. Wenn man sehr schlau ist und den perfekten Plan hat, stellt sich aber immer noch eine große Frage: Wie findet man die richtigen Leute dafür? Wer riskiert sein Leben gerne für einen Schatz und eine verrückte Idee? Nun ja, es lassen sich doch immer einige Leute finden, die nichts mehr zu verlieren haben und von einem schönen Leben träumen, bei dem sie auf einer schönen, unbekannten Insel das Leben genießen und dabei ihr Geld ausgeben.

Irgendwie haben sie sich gefunden. Genauer gesagt hat „der Professor“ sie gefunden. Er hat eine Gruppe von Leuten zusammengestellt, die alle bereit sind, ihr letztes Hemd für ein bisschen Reichtum und einen Eintrag in die Geschichtsbücher zu geben. Keiner der besagten Leute weiß am Anfang, worum es genau geht, nur dass sie nach der Tat reich sein könnten, denn erst in einem schäbigen Gebäude erfahren die acht Teilnehmer*innen vom Professor, wie sie an das große Geld kommen: Sie werden die spanische Banknoten-Druckerei in Madrid überfallen. Es wäre der größte Raubüberfall der Geschichte Spaniens. Dieses Vorhaben klingt geradezu unmöglich in der Umsetzung. Unmöglich? Dieses Wort kennt der Professor nicht. Er hat einen perfekten Plan erschaffen und damit der nicht schief läuft, strikte Regeln aufgestellt: Keine Gefühle, jeder einzelne Schritt wird genau nach Plan ausgeführt, und es gibt keine Gewalt oder gar Tote. Tokio, Berlin, Rio, Moskau, Denver, Helsinki, Nairobi und Oslo sind bereit. Damit sie sich untereinander nicht zu liebgewinnen, verraten sie weder ihren echten Namen noch andere Details über ihr Leben.

Nach der Einweihung in den Plan beginnt für alle die wochenlange Vorbereitung in allen möglichen Bereichen, egal ob Medizinkunde, Waffenlehre oder anderes Wissen, welches sie für die Durchführung des Überfalls brauchen. Warum der Professor diesen Überfall geplant hat? Das weiß die Gruppe auch nicht. Schließlich kommt der große Tag und die ganze Truppe schleust sich, schwer bewaffnet, in das Gebäude ein, welches Spanien mit Geld versorgt. Für eine bestimmte Zeit wollen sie sich dort verschanzen, Geld drucken und zwar eine bestimmte Summe für jede und jeden, bevor sie dann in ihre neue Leben verschwinden. Klingt nach einem Gesetzesbruch? Nein, meint der Professor. Sie drucken sich das Geld ja selber, also klauen sie es nicht und begehen somit auch kein Verbrechen.

Als sich dann die acht maskierten Menschen mit den Städte-Namen mit Geiseln in der Banknoten-Druckerei verschanzt haben, treten viele Probleme auf. Magischerweise hat der Professor alle Möglichkeiten durchdacht, egal ob es um den Vorrat an Dalí-Masken und roten Anzügen geht oder eine besonders „wertvolle“ Geisel. Ein weiteres großes Problem baut sich aber außerhalb der Bank auf: Die Kommissarin Raquel Murillo hat einen enormen Willen und versucht Kontakt mit dem Professor aufzunehmen. Selbst als dies gelingt, hat der Professor allerlei Tricks, welche die Polizei ganz schön auf Trab halten. Wer sich jetzt fragt, was bei diesem Plan schiefgehen kann, wird sich noch wundern. Denn das Leben hält sich nicht an Regeln. So werden Leute verletzt, obwohl kaum Medikamente vorhanden sind und keiner jemanden operieren kann und die Geiseln haben einen unglaublichen Lebens- und Freiheitswillen, der die Verbrecherbande herausfordert. Draußen machen die Medien im ganzen Land auf das Verbrechen aufmerksam und so passiert es, dass sogar Infos von der Gruppe an die Öffentlichkeit gelangen, die sie nicht mal selber voneinander wissen…

Das Miteinander zwischen den Verbrecher*innen ist eh schon schwierig, da alle eine andere Meinung haben, anders handeln und auch anders denken. Außerdem kann man seine Gefühle nicht unterdrücken, egal ob man Geisel oder Verbrecher*in ist, was schließlich auch der Professor merkt. Dies trägt nicht gerade zur erfolgreichen Beendigung des Plans bei. Also: Geld oder Gefühle? Freiheit oder Tod? Plan gescheitert oder geglückt?

Wer die spanische Erfolgsserie nicht kennt, dem sei verraten, dass die erste Staffel aus 13 Folgen bestand, die zweite aus 9 Folgen und die dritte Staffel aus 8 Folgen, die alle jeweils 40 bis 60 Minuten lang waren und auf Netflix zu sehen sind. Heute beginnt nun zur Freude aller Fans die vierte Staffel. Vorsicht! Die Serie macht extrem süchtig!

Freutag, 3. April:
„Haus des Geldes“, Serie, Start der 4. Staffel auf Netflix

(Foto: Pressefoto/Netzwelt)

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