Susanne Viktoria Haupt
6. März 2020

Mit freier Sicht auf die Dinge

Kommunikationspsychologin, Poetry Slammerin, Künstlerin: Janina Mau hat viele Talente. Ab heute ist ihre Solo-Ausstellung „On the Road“ im Der Nachbarin Café zu sehen

Janina Maus Aquarelle bieten freie Sicht auf ihre Erlebnisse während ihrer Reisen

„Macht Worte!“-Fans kennen die gebürtige Schleswig-Holsteinerin Janina Mau bereits. Zum Beispiel vom LitRadeln im vergangenen Jahr oder vom großen und prestigeträchtigen Opern-Slam. Da stand sie unter dem Motto „Die Reise nach Reims“ auf der Bühne der Staatsoper Hannover. Meistens weiß man von den Poetinnen und Poeten auf der Bühne allerdings gar nicht so viel. Für ein paar Minuten stehen sie dort oben und beehren uns mit ihren Texten – das die meisten aber beispielsweise ganz normalen Berufen nachgehen, wird selten in Betracht gezogen. Nun gut, einem ganz normalen Beruf geht Janina Mau nicht nach. Sie sitzt nicht die typischen acht Stunden plus eine halbe Stunde Mittagspause in einem Büro und feilt abends am heimischen Küchentisch an ihren Texten. Seit 2015 konzentriert sie sich nahezu voll und ganz auf ihre künstlerischen Talente und reist mit allerhand Worten im Gepäck durch die Lande. Dabei machte sie, wie bereits erwähnt auch schon einige Male in Hannover Halt.

Aber nicht nur in Deutschland ist die junge Frau gerne und viel unterwegs, sondern allgemein global. Zum Beispiel in Sibirien, Costa Rica, England oder Asien. Die Liste der bereisten Länder und Kontinente von Mau ist lang. Auf diesen Reisen kommt der studierten Kommunikationspsychologin vor allem ihre unverstellte und freie Sicht auf die Dinge zu Gute. So schreibt sie über das, was sie erlebt, fotografiert, was sie sieht, und fängt mit Papier und Aquarell ganze Szenerien ein. Ihr Pressetext besagt, dass ihre bildkünstlerischen Werke dabei weit von der Perfektion entfern seien, da sie „on the road“, also unterwegs, entstehen würden. Aber brauchen wir das denn, eine Perfektion? Sind es nicht die Skizzen, die Fragmente von einer Künstlerin, die wirklich interessant sind und genau das einfangen, was in diesem einen Moment unverkennbar einmalig war? Schließlich sagt sie selbst: „Wenn ich zeichne, bin ich wirklich dort gewesen, habe den Ort wirklich erlebt und kennengelernt, weil ich beim Zeichnen ganz bewusst hinschaue und mich mit jedem kleinsten Detail auseinandersetze.“ Das ist mehr, als vermeintliche Perfektion liefern kann.

Mit ihren festgehaltenen Erinnerungen, die unter anderem von ihrer Asien-Reise stammen, ist sie heute bei der Vernissage der Ausstellung „On the Road“ zu Gast im Der Nachbarin Café. Nun darf man allerdings nicht glauben, dass wir hier eine Ansammlung von japanischen Kirschbäumen oder buddhistischen Tempeln im Nirgendwo zu sehen bekommen. Janina Maus Talent liegt nicht nur am Festhalten des Moments, sondern auch am kritischen Blick, der sie zu einer differenzierten Beschäftigung mit den unterschiedlichen Kulturen angeregt hat und nachfolgende Reihen, wie die zum Beispiel ebenfalls präsentierte „Beautiful Plastics“ maßgeblich beeinflusst hat. Um 18 Uhr wird heute die Ausstellung eröffnet, aber bis zum 1. Mai können Interessierte sich „On the Road“ noch ansehen. Und wer mehr über das Multitalent Janina Mau wissen möchte, besucht am besten ihre Website.

Freitag, 6. März 2020:
„On the Road“, Vernissage, Ausstellung von Janina Mau, Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover, Einlass: 17 Uhr, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 1. Mai zu sehen
  • Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-18 Uhr, Sa bis So 10-18 Uhr
  • bei Abendveranstaltungen in der Warenannahme durchgehend geöffnet

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Faust/Janina Mau)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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