Susanne Viktoria Haupt
26. März 2020

Auf anderen Wegen zusammenrücken

Auf vieles muss derzeit verzichtet werden. Aber nicht auf die Lektüre der März-Ausgabe des Asphalt-Magazins

Inzwischen online zu erwerben: die März-Ausgabe des Asphalt mit gewohnt spannenden Artikeln

Ich hocke seit vorletzter Woche mit einem täglichen Frischluft-Intermezzo in meiner Drei-Zimmer-Wohnung gemeinsam mit Mann, Kind, Katze, ein paar Fischen und noch fünf Rollen Klo-Papier. Kurz gesagt: Uns geht es ganz schön gut. Es gibt aber unzählige Menschen, die diese Virus-Zeit wirklich hart getroffen hat. Unabhängig von jenen, die sich infiziert haben, sind es auch Obdachlose oder sozial schwache Menschen, die nun mehr als sonst ohnehin schon kämpfen müssen. Das bedeutet aber nicht, dass wir gemeinsam nichts tun können. Momentan fehlen im Stadtbild beispielsweise die Asphalt-Magazin-Verkäufer. Bereits seit 25 Jahren zählt Asphalt zu den erfolgreichsten Straßenmagazinen und leistete zudem damals echte Pionier-Arbeit. Die Inhalte müssen sich qualitativ nicht hinter anderen Magazinen verstecken. Das Gesamtkonzept ohnehin auch noch nie.

Rund 95 Verkäuferinnen und Verkäufer sind normalerweise in Hannover unterwegs. Es sind Menschen, die entweder wohnungslos sind oder waren und über ein geringes Einkommen verfügen. Durch ihre Arbeit im Verkauf können sich diese Menschen selbst helfen und treten zudem wieder in Kontakt mit anderen. Gleichzeitig werden obdachlose oder ehemals obdachlose Menschen aus der Anonymität geholt. Die Verkäuferinnen und Verkäufer dürfen pro verkaufte Ausgabe einen recht hohen Anteil selbst behalten. Aber da hört die Arbeit von Asphalt noch nicht auf. Mit ihren Artikeln versuchen sie vor allem für Brennpunkte und Menschen in schwierigen Situationen zu sensibilisieren. Für ihr Verkaufsteam bietet Asphalt zudem kreative Schreib-Workshops an, in denen sie sich selbst ausprobieren und ausdrücken können. Mit einer Auflage von über 20.000 Exemplaren kann man das Asphalt-Magazin mit Recht als Erfolg bezeichnen.

Derzeit können die Menschen, die den Asphalt verkaufen aber nicht auf die Straße gehen und ihrer Arbeit nachkommen. Das führt dazu, dass alle Beteiligten keinerlei Einnahmen zu verzeichnen haben. Die April-Ausgabe wurde nun notgedrungen erst einmal auf Mitte April verschoben. Die aktuelle Ausgabe vom März gibt es inzwischen ausnahmsweise auch als Online-Version zu bestellen – und hier kommt ihr ins Spiel. Mit Eurer Bestellung an info@asphalt-magazin.de könnt Ihr einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass die Verkäuferinnen und Verkäufer auch in diesen Krisenzeiten nicht alleine gelassen werden. Ihr wollt mehr spenden? Gar kein Problem. Das Asphalt-Magazin hat für alle, die den ein oder anderen Extra-Euro übrig haben, ein Spendenkonto eingerichtet. Alle weiteren Informationen gibt es direkt beim Asphalt-Magazin. Lasst uns bei aller Distanz einfach auf anderen Wegen enger zusammenrücken!

Donnerstag, 26. März 2020:
Das Asphalt-Magazin, den Qualitäts-Journalismus und die obdachlosen Menschen unterstützen, Ausgabe online lesen und Geld spenden, jederzeit möglich!

(Foto: Asphalt-Magazin/Cover)

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Kategorien: Medien, Politik, Tagestipps

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