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Revanche für die Reibe?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim 1. FC Nürnberg

Als Hannover 96 zuletzt im Max-Morlock-Stadion antrat, hieß der Trainer noch André Breitenreiter. Die Roten verloren 0:2 und der Rest ist Geschichte

Es geht also auch zu Hause! Hannover 96 hat am Montag im Spiel gegen Holstein Kiel den zweiten Heimsieg der Saison eingefahren. John Guidettis Premieren-Treffer in Halbzeit eins ebnete den Weg, Philipp Ochs besorgte mit seinem ebenfalls ersten Treffer im 96-Dress die erneute Führung nach dem Ausgleich und der eingewechselte Hendrik Weydandt setzte den späten Schlusspunkt zum 3:1-Endstand. Doch trotz des eindeutig klingenden Ergebnisses war längst nicht alles Gold, was da am Montagabend glänzte. Kiel hatte gute Chancen, Ron-Robert Zieler war mehrmals zur Stelle, hätte aber gegen den Kieler Lattenkracher im ersten Durchgang auch herzlich wenig machen können.

Schwächen bei Standards

Trotzdem bleibt festzuhalten, dass die 96-Defensive immer stabiler wirkt – zumindest, wenn sie nun auch noch die Probleme bei Standardsituationen in den Griff bekäme. Den zwischenzeitlichen Ausgleich hätte man einfach besser verteidigen müssen. Das weiß auch Trainer Kenan Kocak: „Wir arbeiten im Training daran. Wir verteidigen schon besser, aber leider haben wir das am Montag wieder nicht geschafft.“ Gegen den 1. FC Nürnberg könnte es am Freitagabend genau darauf ankommen, bei Standards hellwach zu sein.

Auf der Suche nach der richtigen Mentalität

Die Franken haben mit Johannes Geis einen ausgewiesenen Freistoß-Spezialisten in den Reihen, der seine hochgewachsenen Stürmer und Verteidiger bei Ecken und Freistößen in Szene zu setzen weiß, wie etwa beim 4:0-Erfolg in der Hinrunde in der HDI Arena. Kocak erwartet einen griffigen Club, der über seine Stabilität in den Zweikämpfen käme. Die Roten könnte also eine Abnutzungsschlacht erwarten. Gut für einen Wühler wie Guidetti oder einen Hünen wie Weydandt, vielleicht nicht ganz so gut für eher filigrane Leichtgewichte wie Linton Maina oder Cedric Teuchert. In jedem Fall wird in Nürnberg die „richtige Mentalität“ wichtig sein, meint Kocak.

Auf den Geschmack gekommen?

Gut, dass sich Hannover 96 zuletzt mental stabiler präsentierte. Zudem sitzt der Stachel der 0:4-Reibe aus der Hinrunde noch tief. Nach der Partie Ende September hatte Ex-Coach Mirko Slomka der Mannschaft den Willen abgesprochen, wies explizit darauf hin, dass man sich auf die Standards eingestellt habe. Slomka wies die Schuld für die Niederlage von sich, stellte sich nicht vor seine Mannschaft und zählte sie an. Dabei war er es, der schon in den Seilen hing. Für das Duell mit dem punktgleichen 1. FC Nürnberg könnten diese Aussagen für ein wenig zusätzliche Motivation sorgen. Mein Tipp: Hannover 96 wird in Nürnberg mit einem 2:1-Sieg drei weitere Punkte einfahren und sich für die Heimreibe im September revanchieren. Guidetti ist auf den Geschmack gekommen und knipst erneut. Der Abstand zum Relegationsplatz wird weiter anwachsen und 96 zum erst zweiten Mal in dieser Saison zwei aufeinanderfolgende Spiele gewinnen.

Freitag, 6. März 2020, 18.30 Uhr:
1. FC Nürnberg – Hannover 96

(Foto: Eimann/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0 [1])

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