Cosma Jo Gagelmann
14. März 2020

Blut schweißt zusammen

Im Apollo-Kino läuft heute der Film „Knives Out“ – ein Krimi, in dem jedes Familienmitglied etwas anderes zu verbergen hat

Knives out

Viele Personen, viele Geheimnisse: Wer hat den beliebten Krimi-Autor Harlan Thrombey umgebracht?

Der Mörder ist immer der Gärtner. So oder anders enden viele Krimis. Wir alle kennen diese Geschichten, wir fiebern mit den Detektiven mit und verfolgen ihre aufwendigen Ermittlungen, bis der Fall schließlich dramatisch aufgelöst wird. Krimis faszinieren die Menschen schon sehr lange, es gibt sie seit dem 19. Jahrhundert. Arthur Conan Doyle, Georges Simeon, Agatha Christie und Raymond Chandler sind nur einige bekannte Namen, Figuren wie „Sherlock Holmes“ oder „Miss Marple“ weltberühmt. Aber warum sind wir so süchtig nach dieser Literaturgattung? Krimis lassen einen hautnah am Tatort und bei den Ermittlungen dabei sein. Sie zeigen uns die dunklen Seiten des Menschen. Serien wie „Tatort“ erfreuen sich an großer Beliebtheit, und auch die Filmwelt liefert oft neue Krimi-Geschichten. Wir rätseln eben alle gerne mit, versuchen zu erraten, wer der Täter ist und lieben dann besonders den Moment, wenn wir total überrascht werden. Rian Johnson, der zuletzt „Star Wars: Die letzten Jedi“ verfilmte, hatte schon länger mit dem Gedanken gespielt, einen „altmodischen“ Krimi im Stil seiner heißgeliebten Agathe Christie zu drehen. Dabei ist „Knives Out – Mord ist Familiensache“ entstanden.

Zur Story: Die ganze Thrombey-Familie kommt zu Harlans 85. Geburtstag ins Haus. Doch am nächsten Morgen findet die Haushälterin den lieben, netten, erfolgreichen und auch steinreichen Krimi-Autor (Christopher Plummer) tot in seinem Zimmer. Halsschlagader aufgeschnitten, Messer in der Hand. War es Selbstmord? Alle Anzeichen deuten darauf hin, doch trotzdem hat die Polizei noch ein paar Fragen. Während dieser Befragung, in der die Familienmitglieder das Geschehen der Party sowie der Nacht, in der eigentlich alle Familienmitglieder das Haus zu unterschiedlichen Zeiten verlassen haben oder aber teilweise im Haus übernachtet haben, taucht im Hause Thrombey auf einmal der berühmte Privatdetektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) auf. Er wurde anonym beauftragt, den „Mordfall“ zu lösen. Bei der Befragung wird viel gelogen und die Familie hat keine Skrupel, die jeweils anderen in den Dreck zu ziehen. Jedes Familienmitglied hat seine eigenen Geheimnisse und durchaus auch Gründe, auf Harlan wütend zu sein. Erst durch Harlans Pflegerin Marta (Ana de Armas), die sich übergeben muss, wenn sie lügt, scheint ein bisschen Licht ins Dunkel zu kommen. Blanc verpflichtet sie kurzerhand als seine Assistentin, weil sie ihn nicht anlügen kann und seiner Meinung nach auch kein Motiv hat. Die meisten Familienmitglieder missbilligen das, da sie Marta nicht wirklich respektieren. Mehr oder weniger haben Harlans Verwandte seinen Tod verdaut und warten auf die Testamentseröffnung, die auf jeden Fall eine Überraschung bietet und für sehr viel Streitereien sorgt, welche die dunklen Seiten der Familienmitglieder aufzeigen, was für Blanc nützlich ist, um den Fall aufzuklären…

Das Krimi-Projekt von Rian Johnson ist geglückt. In „Knives out – Mord ist Familiensache“ gibt es viele unerwartete Wendungen, und man kann zwischendurch eigentlich kaum blinzeln, weil die Szenen immer so unglaublich viele Details enthalten, egal ob es das dekorierte Haus ist oder eine verbales Wortgefecht. Außerdem sorgt der Regisseur dafür, dass man jede Figur zeitweise verdächtigt. Die unterschiedlichen Charaktere und die ganze Entwicklung lassen kaum Zeit zum Atmen. Man wird zwar als Zuschauer*in meist sofort über neue Fakten aufgeklärt, dennoch wird man auch lange im Dunkeln gelassen, wswegen das Ende nur überraschen kann. Auch vor Humor und Gesellschaftskritik macht hier niemand halt. Wer Krimis und Detektivgeschichten bis jetzt als langweilig empfunden hat, wird von diesem Film überzeugt werden.

Samstag, 14. März 2020:
„Knives out – Mord ist Familiensache“, Film von Rian Johnson, USA 2019, 131 Minuten, Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 20:15 Uhr, Eintritt: 8 Euro

  • weitere Aufführungstermine:
  • Sonntag, 15. März, 17.45 Uhr
  • Dienstag, 17. März, 20.15 Uhr
  • Donnerstag, 23. April, 20.15 Uhr
  • Freitag, 24. April, 22.45 Uhr
  • Mittwoch, 29. April, 22.45 Uhr
  • Donnerstag, 21. Mai, 17.45 Uhr
  • Samstag, 23. Mai, 22.45 Uhr
  • Samstag, 27. Juni, 20.15 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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