Susanne Viktoria Haupt
19. März 2020

Kultur ist Leben!

Konzert wurde abgesagt, Museum ist geschlossen, alles doof? Gerade jetzt braucht Euch die hannoversche Kultur-Szene

Kulturzentrum Faust

Gestern noch voller Leben, heute geschlossen und menschenleer: das Kulturzentrum Faust

Das Corona-Virus hat uns eiskalt erwischt. Noch im Januar erschien es den meisten weit weg in China. Mittlerweile hat die WHO den Virus offiziell als Pandemie etikettiert. Ich werde an dieser Stelle nicht mit Zahlen um mich werfen, da die Zahl der Infizierten sich täglich ändert. Ich werde hier auch nicht die Maßnahmen der Regierung anprangern. Schon alleine deswegen nicht, weil ich mich nicht um die Sicherheit und Gesundheit eines ganzen Landes kümmern muss. Als Online-Journal für Hannover hat sich langeleine.de von Stunde eins an der Kultur gewidmet. Wir alle sind beruflich und privat eng mit der hannoverschen Kulturszene verbunden. Manch einer auf der Bühne, andere hinter der Bühne, manch eine ist eben eine schlichte Bleistift-Rockerin. Wir lieben die freien Künstlerinnen und Künstler, die Filmkunstkinos, die kleinen und auch großen Bühnen, Galerien, Museen und künstlerischen Guerilla-Schabernack. Nun steht alles still und unsere Welt, die sonst von so viel Liebe, Farben und einem satten Sound geprägt wird, wird auf einmal aufs Sofa verlagert. Couchella statt Coachella im wahrsten Sinne des Wortes. Das hätte ich selbst nicht gedacht.

Das bedeutet aber nicht, dass wir nun tatenlos dabei zusehen müssen, wie die Kulturszene ausblutet. Die freiberuflichen und unabhängigen Kulturmacherinnen und -macher brauchen uns nun noch mehr denn je. Die hannoversche Kulturszene aktiv zu unterstützen, kann uns allen Hoffnung geben. In dem wir nämlich einfach nach vorne blicken und darauf hoffen, dass es besser werden kann. Dafür könnten wir beispielsweise Kino-Gutscheine kaufen oder Gutscheine für Theater-Veranstaltungen. Wir könnten, falls es finanziell möglich ist, Karten vielleicht nicht zurückgeben, sondern den Zehner einfach als Investition in bessere Tage hinnehmen. Wir können Bücher von jenen Poetinnen und Poeten kaufen, die ansonsten dringend auf ihr Honorar angewiesen sind. Oder einfach mal wieder eine CD kaufen, anstatt Spotify laufen zu lassen.

Wir alle können die hannoversche Kulturszene so gut es geht unterstützen und zeigen, dass all jene, die nun Angst vor dem großen finanziellen Desaster haben, nicht ganz alleine gelassen werden. Denn auch, wenn Ihr Euch jetzt vielleicht denkt, dass Ihr locker auf ein paar Wochen Kino und eine Lesebühne oder ein Konzert verzichten könnt, werden Ihr bald sicherlich feststellen, dass es eben auch die Kultur ist, die Euer Leben ein großes Stück weit aus macht. Egal ob Fussball oder Museumsführung, egal ob voller Kinosaal mit Popcorn-Sound oder einer Tasse Kaffee auf einer sonnigen Café-Terrasse – all das gehört zu unserem Leben, all das ist Leben. Lasst uns also gemeinsam stark sein, die fünfte Packung Klo-Papier einfach mal im Regal lassen, uns gegenseitig unterstützen und diese Krise dafür nutzen, um uns bewusst zu machen, was unser Leben stützt und bereichert.

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Faust)

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Kategorien: Bühne, Film, Kunst, Literatur, Musik, Politik

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