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Der Mann mit dem eigenen Genre

Kosmischer Soul aus dem Herzen Oregons: Bart Budwig

Bart Budwig

Er wäre gestern in Hannover gewesen und in der Glocksee aufgetreten: Bart Budwig bleibt ein hörenswerter Geheimtipp

Weil der Mensch es offenbar nicht schafft, mal auf seinem Hintern sitzen zu bleiben und stattdessen wie besessen die Welt bereisen muss, hat er nicht nur unzählige Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet, sondern in neuerer Zeit einfach mal ein hoch infektiöses Virus durch die Welt getragen. Folgen noch nicht absehbar, aber sicher ist, dass wir erst am Anfang des Ganzen stehen. Jetzt haben wir den Salat. Danke schon mal, jetzt ist eben Zwangsurlaub auf Balkonien verordnet. Man wollte ja nicht hören und lieber dem Hedonismus frönen.

Dass durch die jetzt mehr als notwendigen Eindämmungsmaßnahmen eine Menge Spaß flöten geht, sollte mittlerweile auch ins letzte Wohnzimmer gelangt sein. Kultur gibt es jetzt nämlich zumindest live genauso wenig wie Klopapier. Sonst hätte man zum Beispiel gestern einen der kultigen „Ruby Tuesday“-Abende im schönen Café Glocksee verbringen können. Aufgetreten wäre Bart Budwig, der aus vielen Zutaten ein quasi eigenes Genre geschaffen hat. Der Liebhaber von zarten Soul- und schnulzigen Country-Klängen ist auch begnadeter Trompeter und schafft seine Musik aus Elementen, die auf den ersten Blick unvereinbar erscheinen. Hinter der Fassade erwarten die Hörerinnen und Hörer aber fesselnde Klangkreationen aus Ganztönen, die herrlich mit seiner rauen Stimme harmonieren und auf eine Reise aus meditativen Mantren mitnehmen.
Auch wenn Bart Budwig seine Europa-Tournee abbrechen musste, bleibt zu hoffen, dass das Konzert in der Post-Corona Zeit in der Glocksee nachgeholt werden kann. Hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft. Also schön zu Hause bleiben!

Mittwoch, 25. März 2020:
Bart Budwig, ganz ohne Zeitdruck und vom heimischen Sofa auf bartbudwig.bandcamp.com [1] anzuhören. Ganz ohne Corona.

(Foto: Pressefoto/Café Glocksee)

[2]
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