Susanne Viktoria Haupt
28. März 2020

#wieesgewesenwäre

Das Schauspielhaus Hannover zeigt derzeit Video-Aufzeichnungen seiner Inszenierungen. Heute verfügbar: „Antigone. Ein Requiem“

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Tausendmal besser als gar kein Theater: „Antigone“ als Video-Übertragung

Eine liebe Freundin von mir ist normalerweise jede Woche in den Museen der Stadt, im Schauspielhaus und in der Staatsoper unterwegs. Sie liebt Kultur. Sie liebt Kunst, Literatur, die Oper und das Theater. Seitdem alle Häuser geschlossen sind, tröstet sie sich mit allerhand Büchern und zu verstrickenden Wollknäueln. Das geht derzeit noch gut, aber ich weiß, dass ihr schon bald die großen Bühnen fehlen werden. Und auch ich bin betrübt. Zum Beispiel über den Ausfall der Oster-Tanz-Tage. Während die Oster-Tanz-Tage leider wirklich ersatzlos ausfallen müssen, gibt es für die Theater-Fans immerhin einen Silberstreifen am Horizont. Unter dem Motto-Hashtag #wieesgewesenwäre zeigt das Schauspielhaus Hannover heute eine Video-Aufzeichnung des Stücks „Antigone. Ein Requiem“. Zu sehen ist die Inszenierung ab heute, 19.30 Uhr für satte 24 Stunden. Dazu müsst Ihr nur auf die Website des Schauspielhauses gehen.

Ihr wisst nicht, wer oder was Antigone ist? Marie Bues, die das Stück inszeniert hat, bezeichnete Antigone im Interview mit langeleine-Theater-Experte Lorenz Varga als eine Art Vorläuferin von Greta Thunberg. Im Zentrum des Stückes steht die namensgebende Antigone, die vor allem durch ihren Idealismus charakterisiert ist. Antigones Brüder Eteokles und Polyneikes sind beide beim Kampf um die Stadt Theben gefallen. Da sich Polyneikes aber gegen die Stadt gewendet hat, während Eteokles für Theben kämpfte, wird Polyneikes die Bestattung verwehrt. Antigone will die Anordnung ihres Vaters, König Kreon, nicht hinnehmen und versucht ihren Bruder trotz allem zu bestatten. Was folgt ist nicht nur ein klassisches griechisches Drama, sondern auch ein Anreiz für ethische Diskussionen rund um das Thema, welches Leben mehr Würde verdient, und welches nicht. „Antigone. Ein Requiem“, seht Ihr heute Abend in Eurem Browser.

Samstag, 28. März 2020:
Antigone. Ein Requiem, Theaterstück von Thomas Köck nach Sophokles, Inszenierung von Marie Bues, online auf der Website des Schauspielhauses, Beginn: 19.30 Uhr

(Foto: Pressefoto/Schauspielhaus Hannover/Katrin Ribbe)

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Kategorien: Bühne, Medien, Tagestipps

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