Roman Kansy
30. März 2020

Grüner Daumen nicht nötig: der Bauernhof in den eigenen vier Wänden

Eric Barone programmierte vier Jahre lang alleine an einem Spiel, von dem er nicht wusste, ob es die Leute mögen würden. Heute ist er klüger

Unwiderstehlicher Pixel-Art-Charme: 10 Millionen Spieler*innen wissen, wie man die Corona-Zeit gut unterhalten übersteht

Die Corona-Zeit, ist für niemanden eine leichte: Die Sonne schickt ihre warmen Strahlen durch die noch ungeputzten Fenster, der blaue Himmel lockt und trotzdem fügt man sich, der Vernunft verpflichtet, und beobachtet den zarten Frühling von drinnen. Mehr als nachvollziehbar, dass es einen psychisch und physisch trotzdem von Kopf bis Fuß nach draußen zieht.

Computerspiele können dank ihrer immersiven Eigenschaften helfen, die Enge der eigenen vier Wände etwas besser zu ertragen. Zumindest virtuell kann man sich die Sonne auf den gebräunten Nacken scheinen lassen, während man sich um seinen anfangs kleinen, später eher ziemlich großen Bauernhof kümmert. „Stardew Valley“ heißt das kleine Meisterwerk, das nicht nur viele videospielfremde Menschen, sondern auch hartgesottene Game-Fans vor einigen Jahren hellauf begeisterte. Ganz im Stil der alten „Harvest Moon“-Serie hat Programmierer Eric Barone aka „ConcernedApe“ das Spiel über vier Jahre lang komplett alleine hochgezogen. Dafür hat er nicht nur seinen alten Job gekündigt, sich selbst Programmieren beigebracht, sondern auch alle Grafiken und Sounds selbst gestaltet und komponiert. Aufwand und Risiko zahlten sich schnell aus: „Stardew Valley“ begeistert seit erscheinen Spieler*innen auf der ganzen Welt und wurde innerhalb kürzester Zeit Kult. Mehr Indie-Game geht wirklich nicht.

Worum geht es?

Das Spielprinzip von „Stardew Valley“ ist irgendwo zwischen Simulation und Adventure zu verorten und dieser Spagat funktioniert ausgesprochen. Als Spieler*in hat man den alten und ziemlich heruntergekommenen Bauernhof des Großvaters geerbt. Nun geht es daran, inmitten einer wirklich zauberhaft gestalteten Pixel-Art-Spielwelt, diesem Bauernhof wieder Leben einzuflößen. Anfangs nur mit abgenutztem Werkzeug und rudimentären Farmer-Skills ausgerüstet, bricht man auf, um ein neues Leben inmitten unzähliger Pflanzen zu beginnen. Quer durch die Jahreszeiten gibt es nicht nur unterschiedlichste Nutz-& Zierpflanzen zum Anbauen, sondern auch eine große Dorf-Community, die mit ihren zum Teil herrlich schrägen Figuren zu überzeugen weiß, und es gibt unzählige Dinge zu entdecken. Schritt für Schritt werden auch Neulinge an das Spielprinzip herangeführt und mit den Geheimnissen rund um das Örtchen Stardew Valley vertraut gemacht. Was allerdings im letzten Level der Minen auf Euch wartet, müsst Ihr schon selbst heruasfinden…

„Stardew Valley“ schafft es, einen trotz seiner sehr ruhigen Spielmechanik derart in den Bann zu ziehen, dass man keiner der vielen reingebutterten Stunden auch nur eine Träne nachweint. Dafür ist es aber auch einfach zu schön gestaltet – man spürt das investierte Herzblut an jeder Ecke.

Wer jetzt Lust auf die virtuelle Stadtflucht hat, wird auf fast jedem Medium fündig: „Stardew Valley“ ist auf folgenden Plattformen erschienen: PC (Steam/GOG), Xbox One, Playstation 4 & Vita, Nintendo Switch, iOS und Android. Das Spiel ist für schlanke 13.99 Euro zu haben. Viel Spaß!

Montag, 30. März 2020:
„Stardew Valley“, Rollenspiel-Game, spielbar auf diversen Plattformen

Trailer anschauen

(Foto: Pressefoto/Stardewvalley.net)

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Kategorien: Kunst, Medien, Tagestipps

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