Susanne Viktoria Haupt
15. April 2020

Fit geht immer

Trotz vieler Einschränkungen ist Sport gerade nicht nur möglich, sondern sogar eine gute Idee. langeleine.de zeigt Euch drei Alternativen zum Training im Fitness-Studio oder Verein

Joggen geht natürlich weiterhin, sofern man sich an den notwendigen Abstand zu anderen hält

Diese Sache mit dem Beachbody finde ich zwar unglaublich dämlich, aber gegen Fitness habe ich rein gar nichts einzuwenden. Und auch in dieser Zeit, in der alle Tennis-Plätze, sämtliche Mucki-Buden und Schwimmbäder geschlossen sind, müssen wir auf genau diese Fitness nicht verzichten. Gerade jetzt, wo nahezu alle mit Unsicherheiten und neuen Ängsten zu kämpfen haben, kann Sport mental stärken und entlasten. Außerdem stärkt Sport natürlich auch immens das Immunsystem. Sofern ihr den nötigen Abstand haltet, empfehlen selbst Expert*innen wie Christian Drosten das Training im Freien. Mein Glück ist, dass ich ohnehin lieber Outdoor-Sport betreibe und daher kommen hier meine Top-Tipps, wie das auch im Lockdown mit der Fitness klappen kann.

Zunächst seien hier einmal die kostenpflichtigen Angebote, wie beispielsweise Gymondo kurz aufgeführt. Gymondo ist Marktführer, wenn es darum geht, das eigene Wohnzimmer in ein Fitness-Studio zu verwandeln. Derzeit bieten sie sogar verschiedene Aktionen an, zum Beispiel 30-Tage-Gratis-Tests, statt wie gewohnt nur sieben Tage. Das klingt nett und für diesen Artikel habe ich es sogar ausprobiert, allerdings stößt man vor allem auf schlecht synchronisierte Videos und die klassischen aalglatten Trainer*innen, die auch nach 35 Minuten Cardio natürlich immer noch am Lächeln sind. Sport soll zwar Spaß machen, aber ich sehe dabei eher immer so aus wie Robin Scherbatsky aus „How I Met Your Mother“ und dazu stehe ich. Nach drei Videos von Gymondo bin ich also lieber auf mein herkömmliches Trainingsprogramm zurückgekehrt.

Konfuzius sagt: „Es ist nicht von Bedeutung, wie langsam Du gehst, solange Du nicht stehen bleibst“

Eine wichtige Säule meiner persönlichen Fitness ist das Laufen. Dreimal die Woche laufe ich zwischen sieben und zehn Kilometern weit. Das ist keineswegs immer einfach, aber nach den ersten zwei Kilometern stellt sich dieses sagenhafte Gefühl ein. Stress wird abgebaut und diese ganzen wunderbaren Glückshormone schießen wie Mini-Flashs durch meinen Körper. Es ist nicht einmal so, dass sich kleine oder größere Probleme auf einmal in Lust auflösen, sondern so, dass mir beim Laufen häufiger richtig gute Ideen und Lösungen kommen. Bis man allerdings dreimal die Woche solche Strecken läuft, muss man es langsam angehen. Also nicht alle gleich die ausgelatschten Laufschuhe anziehen und dreimal um den Maschsee rennen. Fangt vielleicht erstmal bei drei oder fünf Kilometern an, langsames Tempo mit kleineren Geh-Pausen dazwischen. Und vergesst keinesfalls, Euch vorab aufzuwärmen. Denn nur ein aufgewärmter Körper schützt optimal vor Verletzungen. Unter normalen Umständen würde ich Euch eigentlich empfehlen, dass Ihr Euch wirklich gute Laufschuhe in einem Fachhandel kauft und Euch vorab beraten lasst. Das geht momentan natürlich nicht. Wer also bereits optimale Laufschuhe zu Hause hat, die noch keine 500 Kilometer auf dem Buckel haben, der kann loslegen. Alle anderen sollten sich in nicht idealen Sportschuhen sehr entspannt und vorsichtig ans Laufen wagen. Auch ein schneller Spaziergang, bei dem man etwas ins Schwitzen kommt, ist bereits ein solides Training. Ansonsten gibt es natürlich noch tausend Empfehlungen fürs Laufen und häufig gehen die Meinungen von Expert*innen stark auseinander. Meine Laien-Empfehlung ist aber folgende: Kein Laufen auf Muskelkater, und man darf durchaus so laufen, dass man sich nebenbei noch unterhalten kann. Ansonsten haltet Euch einfach mal an das, was Konfuzius gesagt hat: „Es ist nicht von Bedeutung, wie langsam Du gehst, solange Du nicht stehen bleibst“.

Während der Teppich das Zimmer erst richtig gemütlich macht, macht Yoga die Seele gemütlich. Und fit halten kann es außerdem

„Find what feels good“ mit Adriene Mishler

Bereits seit meinem 17. Lebensjahr habe ich immer wieder Yoga praktiziert und meditiert, aber erst in den vergangenen neun Jahren ist Yoga zu einem festen Bestandteil meines Alltags geworden. Yoga im Studio war allerdings nie wirklich mein Ding, daher empfahl mir eine Freundin vor knapp fünf Jahren den YouTube-Kanal von Adriene Mishler und dafür bin ich noch heute dankbar. Die 35-jährige stammt aus Austin, Texas und ist Schauspielerin, Autorin und Yoga-Lehrerin. Mit einer Community von rund sechs Millionen Menschen gehört sie zu den erfolgreichsten Online-Yoga-Lehrer*innen überhaupt. Während man auf ihrem YouTube-Kanal völlig gratis eine unfassbare Bandbreite an Yoga-Videos nutzen kann, kann man natürlich auch eine Mitgliedschaft in fwfg.com, Mishlers „Find what feels good“-Club abschließen. Mit den Gratis-Videos lässt sich optimal Yoga daheim machen. Das Tolle daran ist, dass Mishler bereits mehrere 30-Tage-Programme zusammengestellt hat, bei denen die Videos aufeinander aufbauen. Ganz gleich ist, ob man trainiert oder Beginner ist oder aber beispielsweise Knie-Probleme hat. Auf ihrem Kanal lassen sich Videos für nahezu jede körperliche Verfassung finden. Im Gegensatz zu anderen Yogis, die besonders mit ihrer Flexibilität und körperlichen Stärken Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen, setzt Adriene Mishler auf ihren natürlichen Humor und der Umsetzung ihres Mottos. Für anstrengende Asanas bietet sie daher auch immer leichtere Varianten an und ermutigt ihre Follower*innen dazu, auf den eigenen Körper zu hören. Yoga geht übrigens auch wunderbar mit Kindern und mein Teenager hier zu Hause ist ebenfalls schon seit Jahren ein Adriene-Fan. Also Namaste und rauf auf die Matte oder den Teppich!

Fit mit Wind in den Haaren

Wer ungern läuft und sich nur schwer zum Yoga überreden kann, dem bleibt immer noch das wunderbare Fahrrad. Eigentlich hatte ich mit meinem Mann für Anfang Juli eine viertägige Radtour an der Mosel geplant, aber ob und wie diese stattfinden kann, ist natürlich derzeit noch unsicher. Lockere Radtouren durch das Grün der Region gehen allerdings schon. Zum Beispiel einfach der Leine entlang, um den Maschsee herum, bis zum Benther Berg hoch oder aber sogar bis zum Deister. Das hält fit und macht irre viel Spaß. Das Gute ist, dass wir von langeleine.de auch an einer kompakten Reihe zum Thema Radtouren in der Region arbeiten und Euch hoffentlich bald mit Berichten und Empfehlungen Anreize für eigene Radtouren bieten können. So viel sei aber schon mal gesagt: Für eine normale Radtour in der Region benötigt Ihr kein teures Fahrrad und auch keine teure Ausstattung. Packt Euch einfach Eure Kernfamilie oder Euren Partner in Crime ein, schmiert ein paar Stullen für ein Picknick in der Sonne und vergesst das Wasser nicht. Egal, ob Ihr Yoga daheim mit Adriene macht, laufen geht oder Euch aufs Fahrrad schwingt, haltet Abstand zu anderen, nehmt Rücksicht und gebt gut auf Euch acht.

Mittwoch, 15. April 2020:
Fitness in allen Varianten, geht auch zu Haue oder an der frischen Luft, Eintritt frei

(Fotos: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Sports, Tagestipps

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