Roman Kansy
18. April 2020

Eine eigene Insel für nur etwa 60 Euro – Kost und Logis inklusive

Meditativer Eskapismus, Aufbau- und Sammelspiel in einem: „Animal Crossing: New Horizons“

Das Wohlfühlspiel, das die Welt gerade braucht: „Animal Crossing: New Horizons“

Kaum hat die Krise rund um das beschissene Corona-Virus richtig Fahrt aufgenommen, liest man immer mal wieder, dass sich manche Menschen aus der Klasse der Reichen und Schönen schon auf die eigene Privatinsel verzogen haben. Das ist schön für sie, hilft 99,9% der Weltbevölkerung aber denkbar wenig. Wer sich von uns Normalsterblichen nach ein bisschen Corona-Eskapismus sehnt, muss andere Wege suchen und kann sich zum Beispiel auf seine eigene – leider nur virtuelle – Insel verziehen.

Na gut, es ist nicht ganz Eure Insel und teilen müsst Ihr sie mit den anderen Spiel-Charakteren auch noch. Aber dafür habt Ihr dort nahezu absolute virtuelle Narrenfreiheit, kein Stress, keine Eile, keine Deadlines und kein Corona. Denn „Animal Crossing“ ist ein ganz und gar putziges Spiel mit einem beeindruckenden Detail-Reichtum. Der neue Teil namens „New Horizons“ ist seinen beliebten Vorgängern treu geblieben und ein Spiel geworden, das Euch nicht auf die Jagd nach Highscores schickt oder mit brachialer Action einlullt. Nein, es ist ein Spiel, das beruhigen und entschleunigen möchte.

Kunterbunt und für (fast) jede*n: Während sich einige Spieler*innen an der Flora und Fauna der natürlichen Insel erfreuen, machen sich andere daran, ihr neues Zuhause umzubauen und mit Wegen, Obstbäumen, Spielgerüsten und vielem mehr zu versehen. Nebenbei gilt es stets, die wirklich große Sammlung an auffindbaren Insekten, Fischen und Fossilien zu vervollständigen.

Wenngleich es spielerisch eher einfach zugeht und sich die Aufgaben im Kern auf eine große Anzahl an Sammelaufträgen reduzieren lassen, macht „Animal Crossing“ doch eine sehr gute Figur. Das liegt nicht zuletzt an den vielen unterschiedlichen Inselbewohner*innen, die allesamt mit viel Herz und wirklich witzigen Charakterzügen ausgestattet sind, der beeindruckenden Anzahl an auffindbaren Gegenständen und der immensen Detail-Verliebtheit. Es ist einfach schön, die vielen Facetten der virtuellen Welt zu entdecken. So läuft die Tageszeit nicht nur in Echtzeit ab, das Spiel übernimmt sogar die Mondphasen aus der echten Welt und hat noch einiges mehr zu bieten, das an dieser Stelle noch nicht verraten werden soll.

Wer Interesse hat, in ein friedfertiges Idyll voller schräger Figuren einzutauchen und sich nicht von dem augenscheinlich kindlichen Stil abschrecken lässt, ist mit diesem Spiel bestens beraten, um die große Krise spaßerfüllt zu überstehen. Liebe Grüße an Tom Nook!

Samstag, 18. April 2020:
„Animal Crossing: New Horizons“, Life Simulation, Game, spielbar auf der „Nintendo Switch“ und „Switch Lite“, Kosten: um die 60 Euro

(Foto: Screenshot)

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Kategorien: Medien, Tagestipps

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