Jörg Smotlacha
20. April 2020

In der Zwischenwelt

Am Montag dürfen auch in Hannover Buchhandlungen wieder öffnen. Darüber lässt sich politisch streiten, ein Lichtblick für die Kultur ist es dennoch

Buchregal

Ein volles Bücherregal sorgt immer für gute Gefühle

An Montagen haben alle Museen geschlossen. Insofern ist die Lage zu Beginn dieser Woche ja beinahe normal. Doch natürlich ist eben nichts wie immer in Zeiten der Corona-Krise, denn auch morgen bleiben die niedersächsischen Kunsthallen und Museen noch dicht. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels, denn laut Björn Thümler, dem niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kultur, wird immerhin schon am 30. April über eine Wiedereröffnung bestimmter Kultur-Einrichtungen debattiert. Der Knackpunkt hierbei könnten die Hygiene-Vorschriften sein. Ganz eindeutig können Museen aber eher als beispielsweise kleinere Veranstaltungssäle, die Literatur, Musik oder Kabarett zeigen möchten, für den genügenden Mindestabstand sorgen, so dass der bloße Eintritt eigentlich ungefährlich ist. Doch wie sieht es mit den Toiletten aus? Werden dort die nötigen Hygiene-Bedingungen eingehalten? Gibt es gar Desinfektionsmittel? Nein, die meisten kulturellen Einrichtungen sind und waren natürlich so wie das gesamte Land ganz und gar nicht auf eine derartige Krise vorbereitet und müssen jetzt Vorschriften einhalten, die sie vielleicht kaum einhalten können.

Wie der Buchhandel das gleiche Problem umsetzen möchte, der schon am morgigen Montag wieder seine Pforten öffen darf, ist natürlich ebenfalls eine interessante Frage. In wohl kaum einem anderen Geschäft mit Ausnahme von denen mit Bekleidungsartikeln nehmen die einkaufenden Menschen die Artikel ihrer Begierde wohl so oft in die Hand wie im Buchhandel. Ist das in Ordnung so, weil wir uns ja eh alle dauern die Hände waschen oder blättern wir doch besser mit Handschuhen? Wir alle kennen die wirklich beste Lösung nicht und dürfen gespannt sein, wie die Umsetzung gelingt und ob alle getroffenen Maßnahmen auch richtig sind. Und trotzdem ist es natürlich ein Lichtblick für uns alle, dass Bücher, die ganz ganz sicher zu den lebensnotwendigen Dingen gehören, künftig nicht nur online, sondern auch wieder im Laden vor Ort erwerbbar sind. Erstens haben wir es nicht so dicke, dass wir einfach auf Verdacht kaufen können, wir wollen auch reinblättern und probelesen! Und zweitens ist das Gebot der Stunde, den lokalen Handel zu unterstützen und neoliberale Krisengewinnler*innen wie Amazon zu boykottieren. Also freuen wir uns über die Wiederöffnung der Buchläden und unterstützen wir sie. Ganz vorsichtig, aber auch bestimmt, so bleiben alle gesund – auch Eure lokalen Händler*innen.

Montag, 20. April 2020:
Ein vorsichtiger Besuch in der Buchhandlung Eures Vertrauens, ganztägig zu den Öffnungszeiten möglich, Eintritt frei

(Foto: Jörg Smotlacha)

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Kategorien: Kunst, Literatur, Tagestipps

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