Susanne Viktoria Haupt
2. Mai 2020

Horror auf 16 Milimetern

Das Lodderbast präsentiert heute mit „Luz“ Tilman Singers Regie-Debüt und lädt anschließend zu einem Plausch über den vielfach gelobten Horrorfilm

Kreiert als Hommage an den Horrorfilm der 1980er-Jahre: „Luz“ von Tilman Singer

Deutsches Kino gilt gemeinhin nicht unbedingt als innovativ, mutig oder besonders. Nun gut, mit „Systemsprenger“ haben die aus Deutschland stammenden Filmschaffenden einen berührenden und aufwühlenden Film geliefert, ansonsten bleibt es aber um unsere Film-Landschaft eher ruhig. Das liegt aber eben auch daran, dass es einige echte Perlen selten oder nie auf die große Leinwand schaffen. Vornehmlich, weil es bei den großen Lichtspielhäusern um die Generierung von Einnahmen geht – und dafür greift man auf die großen Blockbuster zurück. Der fehlende Mut ist also wahrscheinlich nicht unbedingt bei jungen Filmemacher*innen zu verorten. Gut nur, dass es Kinos wie das Lodderbast gibt, die mit ihrem Nischen-Konzept nicht nur einen Nerv treffen, sondern auch jenen eine Plattform bieten, die es sonst nur selten auf die Leinwand geschafft hätten.

„Luz“ von Tilman Singer ist genau so ein Fall. Singers Debüt lief erstmalig 2018 auf dem Berlin Film Festival und schlug sich danach erfolgreich auch zu anderen Festivals durch, wie beispielsweise dem Fantasia Film Festival. Jene, die den 70-Minuten-Horrorfilm gesehen hatten, waren begeistert von Singers Debüt. Vornehmlich, weil er sich nicht zu einer aalglatten Darstellung hinreißen lies, sondern auf 16 Millimetern eine Reminiszenz an das Horror-Genre der 1980er-Jahre erschaffen hat. Außerdem spielt „Luz“ auf phantastische Weise mit der Erwartungshaltung des Publikums und verwischt die Grenzen von Realität und Undenkbarem.

Worum es geht? Luz (Luana Velis) ist Taxi-Fahrerin und taucht blutüberströmt auf einem Polizei-Revier auf. Zeitgleich sitzt Polizeipsychologe Dr. Rossini (Jan Bluthardt) in einer Bar und wird von der jungen Nora (Julia Riedler) angesprochen, die ihm von ihrer Freundin Luz erzählt, die sich vor allem mit Teufelsbeschwörungen beschäftigt. Was folgt, ist eine düstere Reise durch Hypnose in eine Welt, in der Dämonen keine Phantasie-Wesen sind…

Den wilden Ritt zwischen den Realitäten und Zeiten gibt es heute übrigens nicht auf irgendeiner großen Streaming-Plattform zu sehen, sondern exklusiv in Kooperation mit dem Filmverleih Bildstörung auf lodderbast.de. Tickets müsst Ihr dafür natürlich dennoch keine kaufen, aber es wäre wirklich super, wenn ihr dem Lodderbast für seinen unermüdlichen Einsatz einen Obolus über den Spenden-Link im Stream zukommen lassen würdet. Im Anschluss steht Regisseur Tilman Singer Euch im BasTalk-Chat Rede und Antwort zu „Luz“. So geht Kino.

Samstag, 2. Mai 2020:
„Luz“, Horrorfilm von Tilman Singer, D 2018, 70 min., OmU, mit anschließenden BasTalk mit Regisseur Tilman Singer, Beginn: 20 Uhr auf lodderbast.de

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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