Jörg Smotlacha
8. Mai 2020

Einen Ausflug wert

Neo-Gotik in der Region: Nach dem Lockdown hat das Schloss Marienburg wieder geöffnet

Nicht allzu weit entfernt: das Schloss Marienburg bei Nordstemmen

Ich denke, nach inzwischen knapp acht Wochen des Lockdowns ist vielen Menschen klargeworden, dass das Leben nicht mehr so ist wie vorher. Und auch nicht werden wird, da täuschen auch die vermeintlichen „Lockerungen“ nicht hinweg, die allesamt nicht zuletzt wirtschaftlich motiviert sind. Natürlich ist es richtig, kleine Läden wieder zu öffnen, damit nicht alle pleite gehen. Und natürlich ist es richtig, zum Beispiel auch der Gastronomie wieder eine Chance zu geben, ins Leben zurückzukehren. Bitter ist aber, dass die Profiteure der Krise nur die ohnehin Starken sein werden, die Neoliberalen und alle, denen es sowieso schon zu gut ging. Von Amazon bis Blackrock, von Aldi bis VW.

Umwelt? Brauchen wir doch gerade nicht mehr. Sozialstaat? Steht dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft im Wege. Staatshilfen für Kultur? Gerne groß ankündigen und dann nach dem Windhund-Prinzip vergeben. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Eine Regel, wie gemacht für Arschlöcher und Krisengewinnler. Wenn man mich fragt, bekommt das Krisenmanagement unserer Politik leider keine gute Note, sondern eher ein Ungenügend, aller wohlfeiler Berichterstattung zum Trotz. Genauer hingucken täte not, und ein bisschen mehr Fachwissen auch.

Einen Lichtblick immerhin gibt es: die Rückkehr unserer Freiheiten. Um nicht falsch verstanden zu werden: Natürlich muss der tödliche Virus ernstgenommen werde. Natürlich braucht es eine Maskenpflicht – die es schon früher gegeben hätte, wenn unser Gesundheitssystem nicht so radikal kaputtgespart worden wäre. Und natürlich sollten wir jetzt keine rauschenden Partys feiern, keine Fußball-Bundesliga spielen und keine Großveranstaltungen machen. Die Notwendigkeit, unsere Kontakte einzuschränken, versteht hoffentlich jede*r, der nicht irgendwelche abstrusen Theorien hegt.

Aber unser Leben genießen, das sollten wir schon. Zum Beispiel an der frischen Luft. Zum Beispiel beim Spazierengehen. Aber eben auch gerne mal nicht nur um die eigene Hausecke oder im Umkreis von einem Kilometer vor der Tür des eigenen Kiez-Ghettos, sondern auch bei einem schönen Ausflug zum Beispiel. Denn die diesbezügliche Einschränkung unserer Rechte war aus Panik geboren und wird nun zu Recht revidiert. Weswegen es nun gilt, mit Vorsicht und gegenseitigem Respekt ins Leben zurückzukehren. Unser Tipp für heute ist die Marienburg, die gerade wieder geöffnet hat und sowohl mit dem Auto als auch dem Fahrrad von Hannover aus gut zu erreichen ist. Dass das Schloss Marienburg ein märchenhaftes Ausflugsziel ist, haben wir schon auf langeleine.de berichtet. Jetzt darf es neu entdeckt werden. Ganz entschleunigt, mit Abstand.

Freitag, 8. Mai 2020:
Schloss Marienburg, ein Ausflug, Marienberg 1, 30982 Pattensen

(Foto: Susanne Victoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Tagestipps

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