Cosma Jo Gagelmann
24. Mai 2020

Ein feiner Herr im heutigen England – kann das funktionieren?

Die Kunstfestspiele Herrenhausen, die momentan wegen des Corona-Virus online stattfinden, präsentieren heute einen skurrilen Film über einen fiktiven Beethoven, der in unserer Zeit lebt

Ludwig and the Brexit

Beethoven im 21. Jahrhundert? Für die beiden Filme-Macher Hugo Glendinning und Tilly Shiner gut vorstellbar

Eine berühmte Person aus einem vergangenen Jahrhundert, versetzt ins heutige England. Unsinn, denken sich jetzt einige. Doch der Filmkunst sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Es gibt viele Fragen: Was würde die Person sich denken? Wie würde die Person auf den Brexit reagieren? Wie würde ein Gespräch mit ihr und einem Brexit-Liebhaber wie beispielsweise Boris Johnson aussehen? Was würde sie von den Sozialen Medien halten? Wie würde sie den heutigen Kleidungsstil, das heutige Essen und vor allem das heutige Verhalten der Britinnen und Briten finden? Wahrscheinlich würde diese Person ihre eigenen Ansichten komplett umwerfen müssen, um in dieser, uns bekannten, aber auch verrückten Welt, Fuß fassen zu können.

Die Kunstfestspiele Herrenhausen können dieses Jahr aufgrund des Corona-Virus zunächst nicht stattfinden – und auch, ob ihre Austragung im September möglich ist, steht in den Sternen. Stattdessen finden jetzt, soweit dies geht, viele Veranstaltungen online statt. So kann der Film „Second Self: Beethoven Resurrection“, in dem Ludwig van Beethoven sich im England nach dem Brexit wiederfindet, trotzdem gezeigt werden. Die beiden britischen Filmemacher Hugo Glendinning und Tilly Shiner fanden die Idee, Beethoven ins 21. Jahrhundert zu verfrachten, interessant, lustig und sehr passend zum diesjährigen 250. Geburtstag des berühmten Komponisten. Ein gutbürgerlicher, faszinierender „alter Herr“ wie Beethoven hätte sicher einige Schwierigkeiten, sich in unserer Zeit zurechtzufinden. Doch Beethoven war schon zu seiner Zeit ein Genie und würde bestimmt auch unsere Gegenwart ordentlich umkrempeln. Glendinning und Shiner sind nach der Vorführung des Filmes im Gespräch mit der Dramaturgin Beate Schüler. Ihr geben sie Insider-Informationen bezüglich der Produktion des Films. Außerdem sprechen die drei über die jetzige Situation der Kunst- und Kulturszene Englands.

Sonntag, 24. Mai 2020:
„Second Self: Beethoven Resurrection“, Film und Gespräch in englischer Sprache, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt frei

Livestream verfügbar auf KunstFestSpiele.de und auf KunstFestSpiele@Facebook.

(Foto: Pressefoto/Kunstfestspiele Herrenhausen)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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