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Wo die Beatles auf Kennedy und den Nussknacker treffen

von Claudia Föllmer      Sonntag, 18. Juli 2010

Politische Karikaturen, Plattencover, Zeichentricksequenzen - niemand ist vor dem britischen Künstler Gerald Scarfe sicher. Das Wilhelm-Busch-Museum zeigt erstmals in Deutschland einen Querschnitt seines Schaffens

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“Sarkozy meets the Queen” - Karikatur von Gerald Scarfe

Wer genau die Helden und wer die Monster sind, vermögen wir nicht zu beurteilen, doch grundlos wird Gerald Scarfe seine Ausstellung nicht “Heroes & Monsters” genannt haben. Erstmals in Deutschland präsentiert das Wilhelm-Busch-Museum von heute an bis zum 24. Oktober einen Querschnitt des Schaffens des britischen Multitalents - und da gibt es einiges zu sehen. Der 1936 geborene Scarfe hatte sich früh als freiberuflicher Karikaturist etabliert und zeichnete seit den Sechziger Jahren für Zeitschriften wie Private Eye, Punch, den New Yorker oder das Time Magazine, die Daily Mail beglückte er mit politischen Karikaturen. Für die New York Times zeichnete er zahlreiche Titelbilder - unter anderem die Beatles - und mit der Sunday Times arbeitet er bereits seit 1967 bis heute zusammen.

Gerald Scarfes Bekanntheit für seine offenen und bissigen politischen Karikaturen entsprechend, zeigt das Wilhelm-Busch-Museum unter anderem zahlreiche satirische Portraits von Kennedy bis Obama und Churchill und von Queen Elizabeth bis zur gern gewählten Angela Merkel. In gesellschaftspolitischen Krisensituationen hat Scarfe übrigens oftmals direkt vor Ort gezeichnet, so etwa während des Vietnam-Krieges. Seine große Leidenschaften neben der Politik sind aber die Rockmusik, das Theater und die Oper. Für Pink Floyds “The Wall” zeichnete er nicht nur das Plattencover, sondern skizzierte auch die Zeichentricksequenzen für den gleichnamigen Film. Nebenbei probierte Scarfe sich auch als Modedesigner und entwarf Bühnenbilder und Kostüme, unter anderem für “Orpheus in der Unterwelt”, den “Nussknacker” oder die “Zauberflöte”. Mittlerweile ist Scarfe 74 Jahre alt, 2008 wurde er zum Commander of the Order of the British Empire (CBE) ernannt. Wer der Held und wer das Monster ist, haben wir allerdings immer noch nicht geklärt…

Sonntag, 18. Juli 2010:
Gerald Scarfe, “Heroes & Monsters”, Ausstellung, Wilhelm-Busch-Museum, Georgengarten 1, 30167 Hannover, Eintritt: 4,50 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 24. Oktober
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr

(Foto: Pressefoto)

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