Sebastian Albrecht
27. Mai 2020

Querschnitt der jüngeren Karikaturen-Geschichte

Mit der Ausstellung „Grandios! Virtuos!“ gibt das Museum Wilhelm Busch einen Einblick in bisher nicht gezeigte Werke verschiedener Karikaturisten des 20. und 21. Jahrhunderts

Ausstellungsplakat Grandios! Virtuos!

„Grandios! Virtuos!“ zeigt unter anderem Gertrude Degenhardts „Trommlerin“, Ausstellungsplakat

Auch das Museum Wilhelm Busch ist nach der Corona-Zwangspause zurück und hat seine Pforten seit dem 6. Mai wieder geöffnet. Ein Museumsbesuch wie in präpandemischen Zeiten ist jedoch noch nicht möglich, denn wie in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens gelten auch hier die aktuellen Hygiene-Maßnahmen: Ein Mundschutz muss getragen und die Abstandsregeln eingehalten werden. Um diese gewährleisten zu können, wird die Anzahl der Besucherinnen und Besucher begrenzt. Gänzlich ungewohnt ist der Museumsbesuch mit Mundschutz vermutlich nicht mehr, da die Maskenpflicht schon einige Woche besteht, skurriles, um nicht zu sagen karikaturistisches Potenzial besitzt dieser freilich schon. Wer weiß, in einigen Jahren hängt vermutlich auch eine Karikatur zur Corona-Pandemie an den Wänden des Museum Wilhelm Busch.

Doch aktuell ist dort noch anderes zu bestaunen, unter anderem zwei neue Ausstellungen. Erstere, „Zum Genießen!“, die sich der Kulinarik widmet, wurde zu Beginn der letzten Woche eröffnet, mit „Grandios! Virtuos!“ legte das Karikaturen-Museum am Samstag gleich eine zweite Ausstellung nach. Mit einem Titel, der wahlweise als vermessen, selbstironisch oder ziemlich selbstbewusst interpretiert werden kann. Oder aber auch als treffend. Denn natürlich legt er die Messlatte hoch, schließlich bezeichnet ein Virtuose niemanden, der gerade so unfallfrei zwei Akkorde schrammeln oder einen Zeichenstift richtig herum halten kann – zu einem Virtuosen gehört schon etwas mehr Können. Und so gehören die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler auch zu den bekanntesten Karikaturisten des 20. und 21. Jahrhunderts.

„Grandios! Virtuos!“ zeigt 120 Werke, die ihren Weg nun zum ersten Mal in die Ausstellungsräume eines Museums gefunden haben. Sie stammen aus einer privaten Sammlung und werden als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. In der aktuellen Zeit ein Segen für das Museum Wilhelm Busch, das wie viele durch die Corona-Krise auch finanziell getroffen ist. Unter den Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke zu betrachten sind, sind unter anderem Janosch, der neben seinen Kinderbüchern auch viele Karikaturen zeichnete, der US-Amerikaner Charles Samuel Addams, dessen Werke regelmäßig im „The New Yorker“ erschienen, und der Franzose Jean-Jacques Sempé, der neben seiner Kinderbuch-Reihe „Der kleine Nick“ sowohl für französische als auch internationale Publikationen zeichnete, sowie Gertrude Degenhardt, deren „Trommlerin“ das Ausstellungsplakat ziert. Um nur einige wenige zu nennen. Zusätzlich zur Ausstellung gibt es bei Facebook einen Video-Gruß und eine kleine Einführung der Direktorin Dr. Gisela Vetter-Liebenow als Vorgeschmack zu sehen.

Mittwoch, 27. März 2020:
„Grandios! Virtuos!“, Ausstellung, Museum Wilhelm Busch, Georgengarten, 30167 Hannover, geöffnet: 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 6 Euro, ermäßigt: 4 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 23. August
  • Öffnungszeiten: Di bis So 11-16 Uhr

(Foto: Pressefoto/Gertrude Degenhardt/Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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