Roman Kansy
28. Mai 2020

Warte, warte nur ein Weilchen…

Literaturtipp: Dirk Kurbjuweit hat die Jagd nach dem Massenmörder Haarmann in einem spannenden Krimi niedergeschrieben

Unrühmlich, aber eben auch ein Stück der hannoverschen Stadt-Geschichte: das mörderische Treiben Haarmanns

Den meisten von uns sind die eigenen Wände mittlerweile wahrscheinlich so vertraut wie noch nie. Die Corona-Zeit ist für die meisten Menschen eine außerplanmäßige Heim-Zeit, die es irgendwie zu bewältigen gilt. Einige kommen damit sehr gut zurecht, andere können sicherlich inzwischen auch den ein oder anderen Perspektiv-Wechsel vertragen. Doch auch wenn die Rückkehr des gewohnten Alltags noch in nebulöser Ferne liegt, gibt es zum Glück einige Beschäftigungen für zu Hause, die einen an andere Orte bringen.

Hannover ist für nicht wenige Dinge berüchtigt: Leibniz, die Schallplatte, Hanomag, die Expo – und so mancher Dichter und manche Denkerin hat hier seinen oder ihren Schaffensprozess begonnen. Aber wo viele Menschen leben, gibt es halt auch immer den ein oder anderen Ausreißer. Denn traurige Berühmtheit hat unsere schöne Stadt an der Leine auch durch den Massenmörder Fritz Haarmann erlangt. Während Haarmanns Name den meisten auch Zugezogenen zweifelsfrei hier und da schon einmal begegnet ist, wissen die wenigsten um die Details seiner Taten und den gesellschaftlichen Auswirkungen. Wer sich auf einen Pfad durch das Hannover der 20er-Jahre wagen möchte, um sich dort gemeinsam mit Ermittler Robert Lahnstein an die Spuren Haarmanns zu heften, sollte einen Blick auf den neuesten Kriminalroman von Autor Dirk Kurbjuweit werfen.

Nach und nach verschwinden in Hannover immer mehr Jungs. Spurlos. Glaubt man den Gerüchten der Stadtbewohner, steckt ein Massenmörder dahinter. Lahnstein ahnt, dass an den den Gerüchten etwas dran ist. Auch wenn er von Seiten seiner Polizeikollegen wenig Unterstützung bekommt, traut er seiner Intuition und bleibt am Ball. Im Deutschland der Zwischenkriegszeit beginnt eine Katz und Maus-Jagd mit dem Verdächtigen. Dirk Kurbjuweit hat einen der grausamsten und spektakulärsten Serienmorde der deutschen Kriminalgeschichte messerscharf inszeniert. Mit psychologischer Raffinesse und fesselnder Spannung heften sich die Leser*innen gemeinsam mit Ermittler Lahnstein an die Fersen Haarmanns.

Donnerstag, 28. Mai 2020:
Dirk Kurbjuweit: „Haarmann. Ein Kriminalroman“, 320 Seiten, Penguin Verlag, ISBN-13: 978-3328600848, 22 Euro

(Foto: Buchcover)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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