Susanne Viktoria Haupt
3. Juni 2020

Reflexionen

Nach Sanierungsarbeiten endlich wieder geöffnet: Das Museum August Kestner lockt aktuell mit der neuen Ausstellung „Die Freuden der Etrusker“

Hier reflektiert die Moderne die Geschichte: „Die Freuden der Etrusker“, Ausstellungsplakat

Konzipiert man eine historische Ausstellung, stützt man sich meistens auf einen klar abgegrenzten Zeitabschnitt. Das ergibt insofern Sinn, als dass das Risiko des sich Verzettelns minimiert wird. Das Besondere an der derzeitigen Ausstellung des Museum August Kestner ist dem hingegen, dass hier Werke der Moderne gezielt historische Abschnitte reflektieren und auch als Objekte in einen kontextuellen Bezug gesetzt werden. Im Zentrum der Ausstellung „Die Freuden der Etrusker“ stehen sieben Teppiche, die nach den Ideen der Künstlerin Linde Burkhardt entstanden sind. Grundlage für ihre Ideen waren das Leben und Wirken der Etrusker*innen.

Für all jene, die mit diesem Begriff nichts anfangen können, kommt hier nun ein kurzer Abriss. Die Etrusker*innen waren ein Volk in Mittel- und Nord-Italien, das in etwa zwischen 800 vor Christus und 1000 nach Christus zu verorten ist. Laut aktueller Forschung waren die Etrusker*innen Einwandernde aus dem Gebiet, das wir heute zur Türkei zählen würden. Sie brachten eine eigene Sprache mit. Bekannt wurden sie vor allem für ihre Kunst-Objekte, für die sie sich stark von der griechischen Kunst und Kultur haben beeinflussen lassen. Das kulturelle Erbe der Etrusker*innen ist reichhaltig und daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sich Künstler*innen in der heutigen Zeit immer noch gerne damit auseinandersetzen.

Ergänzt werden die Teppiche durch Objekte der etruskischen Kultur, die tatsächlich aus der Sammlung von August Kestner stammen. Dieser liebte nicht nur das Reisen, sondern auch das Sammeln und hat sich unter anderem eben den Etrusker*innen gewidmet. Auch hinsichtlich seiner Ausgrabungen im frühen 19. Jahrhundert war Kestner sehr erfolgreich, wodurch im Rahmen dieser Ausstellung ein breites Bild des etruskischen Kunsthandwerks dargestellt werden kann. In Kombination mit den Teppich-Ideen von Linde Burkhardt bekommen die Besucher*innen nicht nur ein Gefühl für das Schaffen der Etrusker*innen, sondern auch dafür, was für ein gewaltiger und lohnender Reflektor Kunst in Bezug auf die Geschichte sein kann.

Nach der langen Sanierungspause des Museums darf nun unter Einhaltung der gängigen Hygiene-Regelungen die neue Ausstellung „Die Freuden der Etrusker“ ausgiebig genossen werden. Ein Begleitkatalog mit zahlreichen Informationen lässt sich wie gewohnt im Shop erwerben.

Mittwoch, 3. Juni 2020:
„Die Freuden der Etrusker“, Ausstellung, Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover, geöffnet von 11 bis 20 Uhr, Eintritt: 6 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 27. September
  • Öffnungszeiten: Di und Do bis So 11-18 Uhr, Mi 11-20 Uhr, Mo geschlossen
  • freitags Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Museum August Kestner)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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