Cosma Jo Gagelmann
14. Juni 2020

Durch Bäume atmet unser blauer Planet

Im Sprengel Museum sind zurzeit Werke von Albert Oehlen und Carroll Dunham zu sehen, die sich intensiv mit dem Motiv des Baumes auseinandergesetzt haben

Albert Oehlen und Carroll Dunham

Stürmisch: „Late Trees“ von Carroll Dunham

Bäume sind die Lunge unserer Welt. Sie produzieren Sauerstoff, geben Früchte ab, bieten verschiedenen Insekten und Tieren ein Zuhause und werden sehr alt. Vorausgesetzt, sie werden nicht abgeholzt. Das passiert in unserer Zeit leider viel zu oft und ist nicht gut für das Klima. Wir Menschen sollten die Bäume besser wieder als unsere Freunde wahrnehmen, als unsere Beschützer.

Zwei Männer, genauer gesagt zwei einflussreiche Maler, sind genau dieser Meinung. Sie heißen Carroll Dunham und Albert Oehlen. Dunham wurde in den USA geboren und Oehlen in Europa. Beide haben sich vor allem in den 1980er-Jahren intensiv der Malerei gewidmet, die auch noch heute wichtige Impulse an die Generation nach ihrer großen Schaffensphase gegeben hat. Oehlen hat damit auf sich aufmerksam gemacht, dass er als einer der ersten Künstler seiner Zeit digitale Strategien sowie Techniken für seine Bilder benutzte. Dunham hingegen hatte sonst immer organisch und abstrakt gemalt, schwenkte dann aber zu surrealen, aber gleichzeitig eleganten Figuren über. Schließlich ging es um Bäume.

Erstaunlich ist, dass sowohl Dunham als auch Oehlen den jeweils anderen als „wahrscheinlich besten Baum-Maler der Welt“ bezeichneten. Trotzdem ist ihr jeweiliger Stil sehr unterschiedlich. Bei Albert Oehlens Bildern sind die Bäume blattlos und kahl, er zeigt die dominanten Wurzeln und hält sie sehr abstrakt. Carroll Dunhams Bäume sind blühend, vom Wind verweht, aber auch mal frisch gefällt oder gar abgestorben. Die gegenteiligen Sichtweisen der beiden Künstler zeigen dementsprechend auch ein breites Spektrum der Kulturgeschichte. Von der Bibel bis zur heutigen Klima-Krise ist alles dabei. Trotz allem sind die Bäume als Motiv in ihren Werken vor allem eins: eine Art von Experiment, welches sich immer wieder erneuert und immer noch stark von der Natur beeinflusst wird.

Sonntag, 14. Juni 2020:
Albert Oehlen und Caroll Dunham: „Bäume/Trees“, Sprengel Museum Hannover, Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover, geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 4 Euro

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Oktober zu sehen
  • Öffnungszeiten: Di, Mi, Do und Sa von 13 bis 18 Uhr, Fr und So von 10 bis 18 Uhr, Sa von 10 bis 13 Uhr extra für Menschen, die zur Risikogruppe bezüglich des Corona-Virus gehören

(Foto: Carroll Dunham/Pressefoto/Sprengel Museum Hannover)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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