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Wenn der Fährmann dreimal rockt
von Robert Höwelkröger, Freitag, 30. Juli 2010
Von Freitag bis Sonntag volles Programm: Das Fährmannsfest startet in seine 28. Auflage

Seit 1983 alle Jahre wieder am Zusammenfluss von Ihme und Leine: Das Fest des Fährmannes
Zu einer echten Institution in Sachen Live-Musik hat sich das Fährmannsfest entwickelt. Schon seit vielen Jahren hat sich das dreitägige Fest rund um die Justus-Garten-Brücke von einem reinen Punk- und Protestfest zu einem Volksfest für jedermann entwickelt. Neben der großen Bühne, auf der sich regionale, nationale und internationale Musik-Acts die Klinke in die Hand geben, gibt es wie schon in den letzten Jahren eine Kulturbühne, ein Kinderfest und ein großes Rahmenprogramm. Erwartungsgemäß werden wieder Groß und Klein in Scharen auf das Gelände strömen. Im vergangenen Jahr kamen an den drei Tagen 18.000 Menschen zum Fährmannsfest. Auch 2010 wird eine vergleichbare Besucherzahl erwartet.
Viel Metal am Eröffnungstag

Harte Musik, intensive Bühnenshow: Die Apokalyptischen Reiter
Am heutigen Freitag beginnt das Fährmannsfest um 16.30 Uhr. Den Anfang machen Prosto Z Chile aus dem polnischen Poznan. Das Quintett spielt Alternative Rock und besticht insbesondere durch die Stimme von Sängerin Joanna Dorebska. Ansonsten steht der erste Tag aber deutlich im Zeichens des Metals. Es folgen Athorn aus Hannover mit Power Prog Metal, bevor dann die Grailknights mit ihrer Mischung aus melodischem Metal und aberwitziger Show die Bühne entern werden. Die immer quietschbunt kostümierte Band wird zum ersten Mal auf einem Open Air-Festival in ihrer Heimatstadt für Schlachthymnen und Furore sorgen. Danach sind Birth Control an der Reihe. Die Kultband, die 1969 ihre erste Single veröffentlichte, konnte nach vielen erfolglosen Versuchen endlich zum Fährmannsfest gelotst werden. Birth Control werden mit ihrem Krautrock, der als Mixtur aus Hardrock und Classic Rock zu verstehen ist, sicherlich besonders den älteren Semestern im Publikum einheizen. Abschließend treten dann Die Apokalyptischen Reiter auf. Die Band aus Weimar besticht mit ihrem Power-Metal und ihrer wahnsinnig intensiven Liveshow, durch welche die Band in den letzten fünfzehn Jahren viele Fans gewonnen hat.
Auf der Kulturbühne treten heute die Indie-Rocker Chillers Rock, der Singer/Songwriter Max Stramm und seine Band, Craved und Remember, die sich beide zwischen Indie, Rock und Pop bewegen, sowie Odeville aus Hamburg auf. Für den Abschluss sorgt Stumpen, hinter dem sich der ehemalige Sänger der Berliner Band Knorkator verbirgt, der hier eine Mischung aus Lesung und Musik am Rande zum Irrwitz vortragen wird.
Internationales Flair am Samstag

Eine der Hauptattraktionen des Fährmannsfestes 2010: Sängerin Marta und Die Happy
Der zweite Tag des Festivals steht im Zeichen internationaler Musiker. Am Samstag fällt um 15.30 Uhr der Startschuss. Den Anfang machen Blakvise aus Hannover, die progressiven Rock zelebrieren, bevor See You Next Tuesday in die Bereiche Punk und Hardcore vorstoßen. Es folgt der dritte Lokalmatador, Fibre. Das Quartett steht für Indie-Rock. Anschließend ist mit Kid Galahad aus Göteborg ein erstes echtes Highlight an der Reihe. Die Schweden kommen als frisch gebackener weltweiter Gewinner des Emergenza-Nachwuchswettbewerbes 2009 nach Hannover. Kid Galahad haben Alternative Rock im Gepäck und werden mit ihrer energiegeladenen Show zeigen, warum sie diesen großen Wettbewerb gewinnen konnten.
Karamelo Santo dagegen sind an der Leine längst keine Unbekannten mehr. Die Band aus Argentinien hat schon unzählige Male in Hannover gespielt und sich so eine kleine lokale Fan-Gemeinde erspielt. Die Argentinier mischen Ska mit Punk, Reggae, Merengue, Salsa, Rock und vielen anderen südamerikanischen Rhythmen und können insbesondere live überzeugen. Die Musik der Band steckt einfach an und wird auch auf dem Fährmannsfest für viel Bewegung im Publikum sorgen. Abschließend stehen dann Die Happy um die charismatische tschechische Frontfrau Marta auf dem Programm. Und auch, wenn es in den letzten Jahren ein wenig ruhiger um die Band geworden ist und Hits wie “Supersonic Speed” schon beinahe 9 Jahre alt sind, dürfen die Zuschauer einiges erwarten. Denn die Show der Rockband aus Berlin zählt im Bereich Indie und Alternative Rock immer noch zu den Highlights.
Auch auf der Kulturbühne gibt es morgen jede Menge Highlights. Den Anfang machen Eisbrecher mit Blues-Rock, danach folgen Spielbetrieb aus Oldenburg, die sich dem Singer-Songwriter-Dasein verschrieben haben. Danach ist gegen 20 Uhr ein Open Air-Poetry Slam geplant, der zehn wagemutiger Dichter präsentieren wird. Das Publikum entscheidet am Ende, wer den Wettstreit gewinnt. Anschließend sorgt Felix Wolter mit Dub-Poetry für ein würdiges Ende des zweiten Festivaltages.
Zum Abschluss freier Eintritt

Beendet die dreitägige Sause mit viel Swing: Juliano Rossi
Traditionell ist am abschließenden Sonntag der Eintritt frei. Auf der Hauptbühne beginnt das musikalische Programm um 15 Uhr mit den Psychedelic-Rockern Violent Girls, bevor Phrasenmäher aus Hildesheim mit ihrem Deutsch-Pop an der Reihe sind. Danach folgen Cristal Palace aus Rouen, die auch am Sonntag für etwas Internationalität sorgen und mit ihrem Post-Punk wie eine Mischung aus den Cramps und Rockabilly klingen. Convince The Beast To Rock spielen Indie-Alternative-Punk, danach entern Kadosh mit ihrem Psychedelic-Groove-Rock die Bühne. Zum krönenden Abchluss spielen dann die smarten Hansestädter Das Pack, bevor die Lutz Krajenski-Big Band zusammen mit Juliano Rossi sanftere Töne anschlägt und mit einer schönen Mischung aus Swing und Jazz das Fährmannsfest beendet.
Die Kulturbühne beehren am letzten Tag des Festes hArt Times mit rockigen Cover-Songs, Snafus mit Indie-Rock sowie Friekshow aus Hildesheim, die ihre Musik als Rumpel-Folk bezeichnen. Den Schlusspunkt setzt dann die Elektro-Pop-Combo Goldkind aus Hannover.
Freitag 30. Juli (bis Sonntag, 1. August) 2010:
Fährmannsfest, Am Ihme-Ufer, 30451 Hannover, Einlass: 15.30 Uhr (Sa 14.30 Uhr, So 14.00 Uhr), Tagesticket: 7 Euro, Festivalticket: 12,50 Euro, Sonntag Eintritt frei
weitere Informationen:
www.faehrmannsfest.de
(Fotos: Pressefotos)
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