Jörg Smotlacha
9. Juni 2020

Wie früher im TV

Auch im Juni stellt die Lesebühne Nachtbarden auf ein digitales Format um und sendet live aus dem Theater am Küchengarten

Nachtbarden

Immer schon auf der Höhe der Zeit: die Nachtbarden

In ihren eigenen Worten waren die Nachtbarden schon immer die „skurrilste Lesebühne“ Hannovers. Jetzt sind sie es erst recht, denn sie sind wie so viele ander Künstler*innen derzeit nur noch im Live-Stream zu sehen. Doch was bei vielen anderen ob der immergleichen Bilder und der Sterilität des relativ toten Formates eher scheitert oder eben bestenfalls eine einigermaßen charmante Wohnzimmer-Atmosphäre ungeschminkter Menschen vor ihrer eigenen Handy-Kamera ausstrahlt, gelingt der mit dem „Gaul von Niedersachsen“ ausgezeichneten Lindener Lesebühne recht gut.

Wie zu den besten Zeiten politischen Kabaretts im Fernsehen gelingt es Ninia LaGrande, Kersten Flenter, Johannes Weigel und Tobias Kunze ihren Mix aus Literatur und Comedy, Poetry Slam und Politik, „persönlichen Grenzerfahrungen, politischen Grotesken und peinlichen Geheimnissen“ in ein Format zu verpacken, dass auf der heimeligen Bühne des seit Anfang April streamenden Theaters am Küchengarten souverän wirkt und als gelungene Abendunterhaltung duchgeht, auch wenn man sie nur am heimischen Rechner schaut. Ganz wie früher im TV.

Und ganz by the way, vielleicht gibt das ja dem ganz sicher auch schwer gebeutelten Theater am Küchengarten sogar eine Zukunftsperspektive: Passen nur wenige Leute in den Theatersaal, können viele andere von zu Hause aus dennoch dabei sein. Möglicherweise ein Veranstaltungskonzeppt, über das wir alle noch viel nachdenken werden.

Dienstag, 9. Juni 2020:
Nachtbarden, Lesebühne, Theater im Küchengarten, YouTube-Channel des TaK, Beginn: 20 Uhr, Eintritt frei, Spenden erbeten!

(Foto: Pressefoto/Nachtbarden)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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