Marcel Seniw
17. Juni 2020

Waldi greift sich die St. Paulianer

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Heute: das Heimspiel gegen den FC St. Pauli

Kenan Kocak

Macht sich Gedanken über eine erfolgreiche Zukunft: 96-Coach Kenan Kocak

Es war ein ganz schönes Hin-und-Her am vergangenen Sonntag bei der 2:3-Niederlages von Hannover 96 in Darmstadt. Doch am Ende reichten die Treffer der Serienknipser Marvin Ducksch und Edgar Prib am Böllenfalltor nicht zum Sieg oder wenigstens einem Remis, denn abermals musste 96 einen Treffer nach einer Standard-Situation schlucken. Eine bittere Pille, die auch Trainer Kenan Kocak nicht geschmeckt hat. „Ich denke, wir sind Tabellenführer, mit Abstand, was Geschenke verteilen anbelangt – und das sollten wir im Profifußball schleunigst abstellen“, gab der 39-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC St. Pauli zu bedenken. Hannover 96 lasse zwar nicht viele Chancen zu, „nur die Bälle, die kommen, die sind halt drin“. 96 müsse sich über die Verteidigungsmentalität Gedanken machen, denn: „Die Defensive ist das A und O, um in eine erfolgreiche Zukunft gehen zu können“.

Waldi war entschuldigt – und soll bleiben

Dass es in der Defensive am Sonntag nicht so gut lief, war unter anderem der Tatsache geschuldet, dass Waldemar Anton fehlte. Doch Waldi war entschuldigt: Familie Anton hat nämlich Nachwuchs bekommen. Herzlichen Glückwunsch! Doch ohne Anton fehlt dem 96-Spiel die Aggressivität. Seit dem Re-Start verlor 96 zwei Spiele, beide Male stand Anton nicht auf dem Platz. Das Eigengewächs sorgt für die nötige Stabilität im Mittelfeld – und soll unbedingt gehalten werden. Martin Kind und Kenan Kocak sind sich in der Personalie einig. Mit einem Verkauf in diesem Sommer könnte 96 zwar noch eine Ablöse generieren, denn Antons Vertrag läuft kommende Saison aus, doch diese würde keinen adäquaten Ersatz garantieren. Die Klasse, die ein Anton unbestritten besitzt, braucht Hannover 96 dringend, um nächste Saison das angestrebte Ziel Aufstieg zu realisieren. Und wenn dieser gelingt, überlegt es sich der Mühlenberger Jung vielleicht noch einmal, ob es zu Hause nicht doch am schönsten ist…

Die letzten Spiele nicht herschenken

Schön wird es jedenfalls sein, ihn heute Abend gegen den FC St. Pauli wieder auf dem Rasen vor der Abwehr den Platz umpflügen zu sehen. Schön wäre es auch, Genki Haraguchi auf der Zehn vor Anton herumwirbeln zu sehen, doch der Japaner musste gegen Darmstadt ausgewechselt werden, ihn hatte es an der Hüfte erwischt. Ob der 96-Spielmacher rechtzeitig fit wird, ist noch fraglich. Lieber kein Risiko eingehen, auch wenn Kocak und sein Team die letzten Spiele nicht herschenken wollen. Es gehe auch um das Ranking, denn darüber werden die TV-Gelder vergeben und 96 könnte bare Münze entgehen, wenn man die Saison statt auf dem fünften oder sechsten Platz nur auf dem zwölften oder dreizehnten beenden würde. Die Mannschaft steht in der Pflicht, denn Kenan Kocak hasst es, zu verlieren: „Das möchte ich nicht und das kann ich auch nicht.“

St. Pauli für Kocak schwer zu greifen

Mit dem FC St. Pauli gastiert eine Mannschaft in der HDI-Arena, die noch nicht ganz durch ist in Sachen Abstiegskampf. Fünf Punkte trennen die Hamburger vom Karlsruher SC auf Platz 16. St. Pauli wird sich also zerreißen, um die gute Ausgangslage nicht zu verspielen. Für Kocak ist St. Pauli schwer zu greifen, weil sie in den letzten Spielen in verschiedenen Formationen, in verschiedenen Systemen gespielt haben, mit unterschiedlichem Personal“. St. Pauli sei eine sehr gute, spielstarke Mannschaft mit Qualität in ihren Reihen und einem erfahren Trainer. Hannover 96 wisse um die Schwere der Aufgabe gegen das Team von Jos Luhukay. Dennoch glaube ich, dass Hannover 96 der Aufgabe gewachsen ist und die Hanseaten bezwingen wird: 2:0 für Hannover, denn Waldi greift sich die Paulianer.

Mittwoch, 17. Juni 2020, 18.30 Uhr:
Hannover 96 – FC St. Pauli

(Foto: Sven Mandel/Wikipedia, Copyright: CC BY-4.0)

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Kategorien: Sports

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