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Der Turnaround ist geschafft

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue

Genki Haraguchi

Einer der Garanten des Aufschwungs: Genki Haraguchi steigerte sich unter Kenan Kocak enorm

Glückwunsch, Hannover 96! Nach dem souveränen 4:0-Heimsieg über einen erschreckend schwachen FC St. Pauli ist der Klassenerhalt nun auch rechnerisch in trockenen Tüchern. Mehr noch: Es steht eine gute einstellige Abschlussplatzierung in Aussicht. Hannover 96 hat unter der Leitung von Kenan Kocak den Turnaround geschafft und sich letztendlich deutlich von der Abstiegszone distanzieren können. Und genau dieser Turnaround lässt mich hoffnungsvoll in eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft blicken. Vorausgesetzt, das Grundgerüst des Aufschwungs bleibt bestehen.

Leihgeschäft bei Guidetti?

Und da denke ich vor allem an Waldemar Anton, Genki Haraguchi sowie an das Sturm-Duo Marvin Ducksch und John Guidetti. Ducksch hat Vertrag, Anton weckte schon im letzten Sommer das Interesse mehrerer Erstligisten, soll aber definitiv gehalten werden. Doch so wie Haraguchi momentan durch die Liga fegt – was war das für eine geile Bude gegen St. Pauli? -, wird der Japaner sicherlich auf dem ein oder anderen Scouting-Zettel anderer Clubs aufgetaucht sein. Doch der Aufschwung des Spielmachers hängt eng mit dem Vertrauen seines Trainers zusammen, schließlich wirbelte der Zehner erst unter Kenan Kocak so richtig los. Bleibt also das kleine Problem der Kostenfrage bei John Guidetti. Der Stürmer fühlt sich wohl in Hannover, fügte sich perfekt ins Team ein und wurde nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wurde er immer wichtiger für 96. Um ihn zu halten, müsste sich der Verein ganz schön strecken, doch für ein derartiges Mentalitätsmonster sollte man es durchaus probieren. Vielleicht kann man sich ja mit Deportivo Alaves auch auf ein weiteres Leihgeschäft einigen, zu wünschen wäre es.

Denkwürdiges Hinspiel

Doch bevor es in die Sommerpause und für die Kader-Planung an die Schreibtische geht, ist ja noch etwas Fußball zu spielen. Hannover 96 gastiert am Sonntag beim FC Erzgebirge Aue. Das Hinspiel hat man in Hannover noch in bester, wenn auch in kurioser Erinnerung. Hannover 96 geriet mit 0:1 in Rückstand. Den Ausgleich erzielte Marvin Bakalorz, eher nicht als Knipser vom Dienst bekannt. Doch „Baka“ war an diesem Tag auf den Geschmack gekommen, traf erneut ins gleiche Tor – dummerweise erst nach dem Seitenwechsel, was ein Eigentor zu Folge hatte. Doch Hannover ließ an diesem Tag nicht nach, Hendrik Weydandt erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2, bevor Genki Haraguchi in der 90. Minute mit seinem Siegtreffer das Stadion zum Beben brachte. Mit dem Sieg über Aue gelang es 96 erstmalig in der Saison, zwei Spiele in Folge zu gewinnen, was damals einem kleinen Befreiungsschlag glich.

Die Einstellung stimmt

Vor allem war das 3:2 gegen Aue der erste Heimsieg der Saison – am 16. Spieltag! Doch inzwischen hat sich die Mannschaft von Kenan Kocak deutlich stabilisiert, kein Heimspiel mehr verloren und schlussendlich endlich die obere Tabellenhälfte erreicht. Zwei Spieltage vor Schluss steht 96 punktgleich mit dem VfL Bochum auf Platz sechs der Zweitliga-Tabelle. Ein Platz der mindestens gehalten, aber auch noch verbessert werden könnte, wenn die Roten die beiden letzten Saisonspiele ernstnehmen. Und dass sie dies tun, zeigte die Einstellung, mit der die Speler in den letzten Wochen auf dem Platz standen. Deshalb sollte 96 morgen auch in Aue siegreich vom Platz gehen. Mein Tipp: Duksch und Haraguchi treffen neut und Hannover gewinnt knapp, aber letztlich verdient mit 2:1 im Erzgebirge.

Sonntag, 21. Juni 2020, 15.30 Uhr:
FC Erzgebirge Aue – Hannover 96

(Foto: Endoyatto/Wikipedia)

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