Susanne Viktoria Haupt
13. Juli 2020

Sonnengrüße für Körper und Seele

Welt in Bewegung: Die Hochhaus-Lichtspiele zeigen heute den Dokumentarfilm „Yoga – Die Kraft des Lebens“

Die Wirkung von Yoga ist mittlerweile unumstritten. Das zeigt auch der Dokumentarfilm „Yoga – Die Kraft des Lebens“ von Stéphane Haskell

Mit 17 Jahren befand ich mich mehr oder weniger ungeplant auf dem Boden eines Meditationszimmers. Die Wände waren mit Lehm bestrichen, hier und da standen Kerzen, und draußen rauschte der Herbst an den Fenstern vorbei. Ich übte mich erstmalig in der Meditation und fühlte mich dem Alter entsprechend noch sehr gehemmt. Mittlerweile meditiere ich nicht nur, sondern praktiziere seit vielen Jahren täglich Yoga. Halbmond, ein paar Twists, Warrior eins bis drei und so weiter. Yoga entzerrt mich. Der Platz auf der Matte gehört nur mir. Dort kann ich sein, dort bin ich sicher, dort muss ich nichts, kann aber so vieles. Yoga hat mir aber auch schon den ein oder anderen blockierten Wirbel gelöst und Verspannungen den Garaus gemacht. Denn Yoga ist viel mehr, als nur ein lustiges Geturne auf der Matte oder ein paar entspannende Atemzüge. Yoga kann auch heilen – wenn man sich darauf einlässt.

Diese Erfahrung musste auch der französische Journalist und Autor Stéphane Haskell machen. Auf Grund einer Erkrankung prognostizierten ihm die Ärzte eine lebenslange Behinderung, dazu gehörte auch eine Lähmung abwärts vom Rücken. Haskell wollte sich mit seinem Schicksal aber nicht so einfach abfinden und suchte nach Alternativen. In Zuge dessen probierte er es mit Yoga und erreichte damit eine Linderung seiner Beschwerden. Wohl wissend, dass Yoga natürlich kein Allheilmittel gegen alles ist, machte sich Haskell weltweit auf die Suche nach Menschen, die nicht nur Yoga praktizieren, sondern auch bereit sind, über die positiven Effekte zu sprechen. So traf er auf Gefängnis-Insassen, die durch Yoga endlich einen Weg zu sich selbst gefunden haben, oder HIV-Patient*innen, die durch Yoga ihr Immunsystem stärken.

Egal, wo Haskell auch zu Besuch war, es zeigte sich eindeutig, dass Yoga viel mehr ist, als eine Mode-Erscheinung im Rahmen der Selbstoptimierung. Richtig praktiziert, hat es nämlich überhaupt nichts mit Leistung zu tun, sondern mit einer Steigerung der allgemeinen Lebensqualität. „Yoga – Die Kraft des Lebens“ begleitet Stéphane Haskell einmal um die Welt und hält die besonderen Momente der Begegnung fest. Zu sehen ist der eindrucksvolle Dokumentarfilm heute in den Hochhaus-Lichtspielen. In diesem Sinne: Namasté!

Montag, 13. Juli 2020:
„Yoga – Die Kraft des Lebens“, Dokumentation von Stéphane Haskell, F 2019, 85 min., Hochhaus-Lichtspiele, Goseriede 9, 30159 Hannover, Beginn: 18 Uhr und 20.15 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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