Cosma Jo Gagelmann
21. Juli 2020

Mitgehangen, mitgefangen?

Der IIK Hannover lädt im Rahmen des Projektes „Move it“ zu einer Diskussion über Rassismus und Rechtsradikale, bei der ein Aussteiger vom Alltag eines Neonazis berichtet

Move it

Vielfältige Themen sorgen bei „Move it“ für Diskussionen und intensiven Austausch

In viele Sachen rutscht man ungewollt rein. Entweder zwingen einen die Eltern, oder die Freund*innen ziehen einen mit. Meist merkt man gar nicht, was da mit dem eigenen Leben passiert. Doch was will man denn eigentlich selber? Ist man selber von dem überzeugt, was die anderen predigen? Wie steht es eigentlich um die eigene Meinung? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, der Situation zu entfliehen? Was werden die Eltern und die Freund*innen von einem denken? Wird man von den Anhänger*innen der Szene verfolgt und bedroht werden, wenn einem nicht gefällt, wo man reingerät?

Diese Fragen wird ein Aussteiger der Neonazi-Szene beantworten, der bei dem heutigen „Move it“- Treffen dabei ist. Das Projekt steht für die Förderung des ehrenamtlichen Engagements junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Wer mit seiner Meinung, Kompetenz oder auch Motivation etwas in der eigenen Stadt „bewegen“ will, ist bei „Move it“ genau richtig. Die Oberthemen bei den Diskussionen und Veranstaltungen, die jeweils wöchentlich stattfinden, sind „Demokratie und Gleichstellung“, „Medienkompetenz und Meinungsfreiheit“ sowie „Selbstkompetenz“. Durch die vielen verschiedenen Teilnehmer*innen und auch Expert*inne-Besuche können alle Beteiligten nicht nur die anderen Menschen sowie das Weltgeschehen kennenlernen, sondern auch sich selbst.

Genau wie der heutige Gast vor seinem Ausstieg, sehen Neonazis die Bundesrepublik Deutschland als Feind an und wollen nach der Hitler-Ideologie leben. Für Menschen, die den Holocaust nicht leugnen und genau wissen, was für schlimme Taten in der Nazi-Zeit passiert sind und wie viele Menschen ums Leben kamen, klingt das alles sehr realitätsfern. Denn in der heutigen Zeit geht es gerade darum, den neuen Generationen zu erzählen, was in der Geschichte passiert ist, damit so etwas Schlimmes nie wieder möglich wird.

Dienstag, 21. Juli 2020:
„Move it – Du bewegst, Radikale Stories II“, Veranstaltung in Kooperation mit dem VNB e.V., gEMiDe e.V. und der Landeshauptstadt Hannover zum Thema Rassismus und Rechtsradikale: „Unter Staatsfeinden – Mein Leben im braunen Sumpf der Neonaziszene“, Initiative für einen Internationalen Kulturaustausch (IIK e.V.), Zur Bettfedernfabrik 1, 30451 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Move it)

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Kategorien: Politik, Tagestipps

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