Susanne Viktoria Haupt
18. Juli 2020

Hell erleuchtet!

Im sanften Schein: Auch in diesem Jahr müssen Fans des Großen Gartens nicht auf die Illuminationen an Sommerabenden verzichten

Am illuminierten Großen Garten haben sogar die Statuen ihre Freude: Sie werfen selbst einen Blick auf die Lichter

Oft sind Kunstliebhaber*innen gleichzeitig auch Fans von Gärten und Parks. Einleuchtend, denkt sich die eine oder der andere, denn schließlich wurde in der Kunst die Natur schon oft festgehalten. Und Künstler*innen selbst zeigten sich immer wieder als echte Fans der grünen Umgebung. Denken wir nur einmal an Claude Monet, dessen Haus und Garten in Giverny der real gewordene Traum der Gartenbau-Kunst zu sein scheint. Verständlich also, dass er genau dort Seerose um Seerose gemalt hat und noch bis heute Besucherscharen aus aller Welt in das kleine französische Dorf nordwestlich von Paris pilgern, um nicht nur auf Monets Pfaden zu wandeln, sondern auch diesen einzigartigen Garten zu betrachten. Nun sind aber Kunst-Fans nicht die einzigen, die zu Gärten, Parks und Seerosen ein enges Verhältnis pflegen. Wir Bücher-Nerds, jene, die zwischen den Seiten zu Hause sind, haben da auch einen deutlichen Bezug. Denken wir nur einmal an Ernest Hemingway, der seinen täglichen Spaziergang mit Gertrude Stein gerne im Pariser Jardin du Luxembourg absolvierte. Oder aber an Vita Sackville-West, selbst Schriftstellerin und Gartengestalterin, die sich vor allem mit der Gestaltung des Gartens vom Sissinghurst Castle in die Herzen von Gartenliebhaber*innen aus aller Welt geharkt hat. Zudem galt Sackville-West nicht nur als Freundin von Virginia Woolf, sondern auch als Vorlage für deren Roman „Orlando“. Und zu guter Letzt verweise ich einfach noch einmal mit dem größten Vergnügen auf „Der Garten über dem Meer“ von Mercé Rodoreda.

Durch Gärten und Parkanlagen zu lustwandeln, ist demnach eng mit der Kunst und Literatur, aber auch natürlich mit der Musik verbunden. Und wann lässt sich das am besten mit trockenen Füßen genießen? Natürlich in den warmen Monaten, wenn die Abende nur eine leichte Strickjacke erfordern und es erst spät dunkel wird. Deswegen lädt der Große Garten auch in diesem Jahr wieder zu seinen Illuminationen ein. Nahezu jedes Wochenende, sofern keine Freiluft-Veranstaltungen geplant sind, bleibt der Garten bis 23 Uhr geöffnet und sämtliche Wasserspiele werden stilvoll beleuchtet. Das ist so romantisch, dass selbst die Statuen fast aus ihren Rollen fallen. Aber auch die Hecken und andere botanische Highlights werden mit Licht umspielt und sorgen für eine vollends wunderbare Sommerabend-Stimmung. Dazu erklingt meistens, so wie auch heute, Barock-Musik, die vor allem die Wurzeln des Großen Garten unterstreicht. Egal ob alleine, oder aber mit Begleitung – der Große Garten ist an diesen lauen Sommerabenden ein ideales Ausflugsziel. Und wer weiß? Vielleicht lässt die eine oder der andere sich ja beim Lustwandeln zu neuen künstlerischen Werken inspirieren. Erleuchtung ist zumindest garantiert.

Samstag, 18. Juli 2020:
„Der Garten leuchtet“, Illuminationen im Großen Garten, Herrenhäuser Straße 4, 30419 Hannover, Einlass: ab 20 Uhr, Beginn: 22 Uhr, Eintritt: 4 Euro, ermäßigt: 3 Euro

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Tagestipps

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