Susanne Viktoria Haupt
3. August 2020

Am Rand entlang

Lust auf eine Herauforderung? Dann rauf aufs Fahrrad und ab auf den Grünen Ring der Region Hannover

Nur wenige hundert Meter hinter der Haltestelle Ahlem liegt der Startpunkt für den Grünen Ring

Der Sommer ist längst noch nicht vorbei und gerade jetzt lockt das Wetter immer noch zahlreiche Menschen hinaus ins Grüne, gerne auch auf dem Rad. Verständlich, denn die Stadt und Region Hannover laden förmlich zum Radfahren ein. Und auch, wenn man beim Radfahren durchaus einiges an Konzentration aufbringen muss, um nicht gegen den nächsten Baum zu fahren, hat das Radfahren eine herrlich meditative Note. Nach der Außenschleife Ronnenberg-Gehrden und dem Julius-Trip-Ring stellen wir euch heute die Königsdisziplin vor: den Grünen Ring. Und weil wir mutig sind, sind wir natürlich wieder selbst in den Sattel gestiegen. Diesmal nicht ganz ohne Folge-Wehwehchen.

Zwei Tage, drei Löcher im Schlauch, ein wunder Hintern und Blasen an den Händen. Das war unsere Fahrt auf dem Grünen Ring Hannover. 80 Kilometer ist er lang und führt am Rande von Hannover entlang. Für uns an einem einzigen Tag nicht zu schaffen, deswegen haben wir die Route geteilt. Radfahren soll schließlich irgendwie auch noch Spaß machen – und der Grüne Ring hat viel zu viel zu bieten, als dass man schlussendlich genervt und gehetzt alles an einem Tag entlangstrampeln sollte.

Start war an der Haltestelle Ahlem und wir entschieden uns, direkt über Garbsen nach Langenhagen und anschließend nach Altwarmbüchen zu fahren. Besonders Godshorn und Langenhagen waren uns aus unserer Kindheit und Jugend bestens bekannt, wenn auch nicht in Form epischer Radtouren auf dem Grünen Ring. Genau wie bei der Außenschleife hielten wir uns auch hier an den blauen Markierungen, die uns immer wieder ins Auge stachen. Auf unserem Weg kreuzten wir insgesamt drei Seen, den Wietzesee, den Silbersee und den Altwarmbüchner See. Für eine kleine Abkühlung war also gesorgt. Das reichte uns dann aber und wir fuhren mit unseren letzten Energiereserven des Tages noch etwas bemüht bis nach Misburg.

Der Grüne Ring hält, was er verspricht. Und führt auch an der traumhaften Leineaue vorbei

An Tag zwei starteten wir erneut in Ahlem, fuhren aber diesmal in die andere Richtung, damit wir abends wieder dort ankommen konnten, wo wir gestern die weiße Fahne geschwenkt hatten. Über Ronnenberg, wo sich vor einigen Wochen vor allem zahlreiche Erdbeerpflücker*innen herumgetrieben haben, und Hemmingen, ging es ins beschauliche Alt-Laatzen mit seiner angrenzenden Leineaue. Für mich zählt vor allem dieses Gebiet zu den friedlichsten und einladensten Landschaften der Region. Über Wülferode und Kronsberg lernt man auf dem Sattel auch noch Ecken besser kennen, die man ohne triftigen Grund nicht unbedingt besuchen würde. Nicht, weil sie nicht einladend sein können, sondern weil sie schlicht und ergreifend weiter weg sind. Das Gute am Grünen Ring war, dass wir weniger durch stark befahrene Gegenden fahren mussten, die Innenstadt also vollständig ausklammern und vor allem viel Grün um uns herum hatten. Dass hier und da einzelne Stadtteile gestreift wurden, und auch mal das ein oder andere angrenzende Industriegebiet gesichtet wurde, war dann auch nicht weiter schlimm.

Nennenswerte Steigungen konnten wir glücklicherweise auf dieser Strecke auch nicht verzeichnen, nur tatsächlich drei Löcher im Fahrradschlauch, weil Glasflaschen nicht nur in Linden gerne mal auf die Straße geworfen werden. Wer sich den Grünen Ring als Tagestour vornimmt, verdient meinen ganzen Respekt. Nach 80 Kilometer in zwei Tagen hänge ich daheim meine Füße und Hände in Eiswasser und jammere leise vor mich her. Die Anstrengung war es dennoch wert, denn trotz allem bekommt man wahrscheinlich selten so entspannt einen Überblick über die Randgebiete von Hannover und der Region. Wer zu Beginn klein anfangen möchte, der kann sich die Strecke übrigens in auch noch kleinere Abschnitte unterteilen, oder aber einfach eine der Außenschleifen anpeilen. Die Region Hannover hat auf jeden Fall das Zeug zur Fahrrad-Region, das steht fest.

Montag, 3. August 2020:
Der Grüne Ring, Beginn jederzeit möglich, Eintritt frei

weitere Informationen:
Einen GPX-Track und einen Strecken-Überblick findet Ihr auf hannover.de

(Fotos: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Sports, Tagestipps

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