Susanne Viktoria Haupt
17. August 2020

Fit wie in den Siebzigern

Seit Beginn der Pandemie boomt die autarke Fitness-Branche. Zeit für den Trimm-Dich-Pfad in der Eilenriede!

Ein paar Liegestütze zwischendurch sind in der Eilenriede immer drin: ein Hinweis-Schild am Trimm-Dich-Pfad

Trimm Dich. Das hört sich immer etwas merkwürdig an. Beim Trimmen denke ich erst einmal an Haarschneide-Maschinen. Der Aufruf zum Trimmen kommt allerdings aus den 1970er-Jahren. Grund dafür war der steigende ungesunde Lebensstil der Menschen, der vor allem durch fettiges Essen und lange Tage im Büro ausgelöst wurde. Bereits 1970 warb man daher zunächst mit dem Motto „Trimm Dich durch Sport“ und ab 1975 mit dem griffigen Slogan „Ein Schlauer trimmt die Ausdauer“. Über das derzeitige durchschnittliche Fitness-Level der Menschen hierzulande kann ich keinerlei Aussage treffen, aber viele Medien berichteten bereits darüber, dass seit Beginn der Pandemie beispielsweise mehr Menschen joggen gehen oder aber anderweitig Sport an der frischen Luft betreiben. Das ergibt Sinn, denn schließlich waren Fitness-Studios auch von der zeitweiligen Schließung betroffen. Gerade Ausdauersport trägt aber um Stress-Abbau bei und ist dadurch besonders beliebt.

Als Läuferin weiß ich allerdings nur zu gut, dass das ewige Laufen irgendwann auch mal etwas langweilig werden kann. Momentan suche ich immer noch den richtigen Podcast, der mich auch nach zehn Kilometern noch gut unterhält. Meine Muskeln wissen nun mal, was sie tun müssen. Die Ausdauer ist ohnehin da. Und obgleich bei mir noch regelmäßig Yoga dazukommt, fehlt ab und an die Abwechslung und vor allem der Spaß-Faktor. Ja, Sport soll nämlich in erster Linie Spaß machen. Für Abwechslung sorgen daher tatsächlich auch Trimm-Dich-Pfade, die ihren Ursprung in der Fitness-Bewegung der 1970er- und 1980er-Jahre haben. Ein Pfad davon lässt sich zum Beispiel mitten in der Eilenriede finden. Neben der Abwechslung bietet das „Trimm Dich“-Konzept auch noch einen anderen Vorteil. Wer nämlich sein Training variiert, beansprucht dabei auch mal völlig andere Muskelgruppen.

Auf knapp zwei Kilometern lassen sich insgesamt 15 Stationen finden – und es bietet sich auch an, sie in der richtigen Reihenfolge zu absolvieren. Begonnen wird mit Streckübungen, die den Körper natürlich stretchen sollen. Anschließend darf man sich beispielsweise beim sogenannten „Froschhüpfen“ mal etwas selbst auslachen, an Klimmzügen scheitern, über den Kasten stolpern und natürlich auch beim Balancieren vollends aus der Balance geraten. Mich persönlich erinnert das Ganze schnell an das einst verhasste Zirkeltraining im Mittelstufen-Sport-Unterricht. Nur heute eben weniger verhasst und ohne eine konsequent brüllende Sport-Lehrerin im Ohr. Lustig ist es auf jeden Fall und am nächsten Tag merke ich tatsächlich endlich mal wieder einen Muskelkater. Ganz ohne Fitness-Studio oder Hanteln. Wer also auch mal ganz retro Fitness betreiben möchte, findet sich einfach in der Eilenriede ein. Und anschließend gibt es Eis. Sowieso, oder?

Montag, 17. August 2020:
Trimm-Dich-Pfad in der Eilenriede, Fritz-Behrens-Allee, 30175 Hannover, ganztägig geöffnet, Eintritt frei

mehr Informationen zum Trimm-Dich-Pfad:
hannover.de

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Sports, Tagestipps

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