Susanne Viktoria Haupt
30. August 2010

„I choose to enjoy it!“

Am kommenden Sonntag gastiert Adam Green im Musikzentrum Hannover. Mit langeleine.de hat er vorab schon einmal telefoniert. Ein schnelles Interview

Er ist einer der Hauptvertreter des Anti-Folk und seit seinen Hits „Emily“ und „Jessica“ vom Erfolgsalbum „Gemstones“ europaweit bekannt. Nun kommt Adam Green wieder auf Tour und bringt nicht nur seinen wirklich hörenswerten neuen Silberling „Minor Love“, sondern auch eine Menge Witz und Charme mit.

Adam Green

Kommt hoffentlich nicht auf Krücken: Adam Green

langeleine.de: Adam, Dein neues Album ist sehr traurig und persönlich. Es sieht so aus, als ob Du einige Dinge aus der Vergangenheit verarbeitet hättest. Ist es deswegen wichtiger für Dich als die vorherigen Werke?

Adam Green: Alle meine Alben sind sehr persönlich. Ich sehe sie alle als gleichwertig an.

ll: Wie wichtig war es für Dich, das Album so privat zu halten?

Green: Ich habe es für die ganze Welt veröffentlicht. Es könnte nicht weniger privat sein.

ll: Du hast einigen deutschen Journalisten viel über Dein Privatleben, Deine Scheidung und Deine Ängste berichtet. War es leicht für Dich, darüber zu sprechen, und war diese Offenheit vielleicht ein Versuch, die Kritiker zu stoppen, die sich über den neuen, traurigen Sound gewundert haben?

Green: Ich war etwas angenervt, weil die Presse Artikel veröffentlichte über das, was sie über mein Scheidungsalbum zu wissen meinte. Und das war nicht das, was ich gesagt hatte. Aber ich konnte es auch nicht widerlegen. Das war schmerzhaft. Es ist wahr, dass ich dieses Album geschrieben und aufgenommen habe, als ich geschieden wurde. Das ist Fakt. Es war nicht hart für mich, die Texte zu schreiben, aber ich habe all die Diskussionen über mein Privatleben inzwischen aufgegeben. Mein Album sagt aus, was ich meine. Lass uns über etwas anderes reden.

ll: Okay, am kommenden Sonntag sehen wir Dich in Hannover, denn Du gibst dort ein Konzert im Musikzentrum. Was können wir von Dir erwarten?

Green: Nun, das kann ich nicht sicher sagen. Es ist lustig, dass auf der Bühne mein Instinkt zum Entertainen herauskommt. Ich kann fast alles machen und bin auf nichts mehr angewiesen. Manchmal fühle ich mich wie in einem Mario-Spiel und muss das Level schaffen.

ll: Bist Du froh, wieder auf der Bühne zu sein?

Green: Ich mag es, zu spielen, aber es ist auch eine Form der Bestrafung. Es ist beides. Es ist so, dass ich nicht wirklich die Wahl habe, also habe ich mich entschlossen, es zu genießen. Es ist so, als ob eine Hure einen Orgasmus hat.

ll: Ich hoffe, dass Du das Konzert in Hannover genießt!

Green: Ich hoffe, Ihr seid großartig!

ll: Meine letzte Frage: Wenn Du einen Wunsch frei hättest, egal was es kostet, für was würdest Du Dich entscheiden?

Green: Oh, das weiß ich nicht. Ich würde gerne drei für diesen einen haben. Das wäre mein Wunsch. Mehr Wünsche zu bekommen.

ll: Danke für das Gespräch, hab‘ eine großartige Tour – wir sehen uns am Sonntag!

Adam Green
Sonntag, 5. September 2010, 20 Uhr
Musikzentrum Hannover
Emil-Meyer-Str. 26-28, 30165 Hannover

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Menschen, Musik

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