Jörg Smotlacha
14. August 2020

Working Class People

Der britische Altmeister Ken Loach schafft es erneut, einen wichtigen Film zur Lage der Gesellschaft zu drehen: „Sorry We Missed You“

"Sorry We Missed You", Filmplakat

Gibt den einfachen Leuten eine Stimme: „Sorry We Missed You“ von Ken Loach

Großbritannien 2008: Ricky Turner (Kris Hitchen) und seine Familie kämpfen gegen die Armut und die Folgen der Finanzkrise. Als Ricky endlich einen Job als Paketbote annehmen kann, bekommen die Turners die Chance, die Misere zu beenden. Ricky wird über ein Franchise selbstständiger Fahrer und hofft, ein wenig Unabhängigkeit zurückzuerlangen. Doch die Bedingungen in der schönen neuen Arbeitswelt sind gnadenlos. Denn als Bote muss er sechs Tage die Woche und 14 Stunden pro Tag unterwegs sein. Für den neuen Van, den er für die Arbeit braucht, muss das Auto seiner Frau Abbie (Debbie Honeywood) verkauft werden.

Doch es kommt noch schlimmer: Sein Sohn Seb (Rhys Stone) schwänzt die Schule und gerät beinahe auf die schiefe Bahn, doch Ricky hat wenig Zeit sich um ihn zu kümmern. Eines Tages wird Ricky obendrein an seinem Transporter überfallen, beraubt und zusammengeschlagen. Und dann muss er auch noch Schäden im Wert von 1000 Pfund selber bezahlen…

Die Story von „Sorry We Missed You“ ist natürlich ein Sozial-Drama par excellence und sie klingt nicht nur so, als ob Ken Loach sie erdacht hätte, sondern sie stammt auch von Ken Loach. Der britischen Regie-Altmeisters thematisiert erneut die Missstände unserer modernen Welt und gibt den einfachen Leuten eine Stimme. Und er trifft verblüffend gut die Lebensrealität der „Working People“ im 21. Jahrhundert, wobei der Film eine universelle Geschichte über Leistungsdruck und Ausbeutung, über Pflegenotstand und Nächstenliebe erzählt. Aktueller kann politisches Kino nicht sein.

Freitag, 14. August 2020:
„Sorry We Missed You“, Drama von Ken Loach, GB/F/B 2019, 100 Min., Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro

  • weiterer Aufführungstermin:
  • Donnerstag, 12. November, 20:45 Uhr

(Foto: Pressefoto/Kino am Raschplatz)

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Kategorien: Film, Politik, Tagestipps

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