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Im Einklang

Mensch, Welt und Umwelt: Im Der Nachbarin Café ist derzeit eine Ausstellung des Wahl-Hannoveraners Lune Ndiaye zu sehen

Unverwechselbar in Stil und Technik: „The Hunter“ von Lune Ndiaye

Verzwickt ist das Ganze schon. Nun haben uns die vergangenen Monate eigentlich gezeigt, dass wir den Raub an Mutter Natur durchaus mit einfachen Mitteln einschränken können. Es muss beispielsweise nicht immer gleich um die Welt geflogen werden, oft tut es auch ein Zoom-Meeting. Statt Pauschalreisen, die deinen Hintern bequem, aber nicht CO2-freundlich, nach Ägypten transportieren, geht auch eine Individualreise mit Auto oder Zug irgendwo an die Küste. Statt für kurze Strecken in überfüllten Öffis zu stehen, geht es auch mal zu Fuß oder mit dem Rad. Sowieso boomte der Fahrrad-Markt wie noch nie zuvor. Auf einmal waren wir alle wieder dreizehn und das Rad unser größter Schatz. Und nach Fledermaus-Suppe und Schlachtfabrik-Skandal sollte auch so ziemlich klar sein, dass Tiere essen unter Umständen keine ganz so geile Idee ist. Nicht umsonst verzeichnen etliche Veggie-Firmen eine merkbare Umsatzsteigerung. Freizeitaktivitäten wie Wald-Baden gegen Stress oder lange Wanderungen in einsamen Wäldern standen ganz oben auf der Agenda der von der Pandemie geplagten Deutschen. Das alles sind eigentlich Errungenschaften von 2020, die wir uns dringend beibehalten sollten: ein bisschen mehr im Einklang mit der Natur verweilen.

Diese besondere Beziehung zwischen Mensch und Natur ist ein prägendes Element in den Werken des senegalesischen Künstlers Lune Ndiaye. Aufgewachsen in der Nähe Dakars, war es vor allem die Zeit mit seiner Großmutter, die ihn schon früh mit mystischen Lebensweisen in Kontakt gebracht hat. Die gewonnenen Eindrücke verarbeitete er schon als kleiner Junge in seinen Zeichnungen und Malereien. Nach vielen Reisen durch Nord- und Westafrika wanderte Ndiaye im Jahr 2000 nach Granada aus und verfolgte dort weiterhin seinen Weg als Künstler, bis es ihn 2005 ins beschauliche Hannover verschlug. Während er seine Techniken stetig weiterentwickelt, besinnt sich Ndiaye innerhalb seiner Kunst weiterhin auf den Platz des Menschen in der Welt und in Beziehung zu seiner Umwelt und der Natur. Charakteristisch für seine Bilder ist vor allem der Einsatz von Sand, der den Arbeiten Tiefe, Wärme und eine natürliche Erdung verleiht. Von der einzigartigen Ausstrahlung der Werke von Lune Ndiaye können sich Interessierte derzeit im Der Nachbarin Café im Kulturzentrum Faust überzeugen. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 28. Oktober.

Dienstag, 15. September 2020:
Ausstellung von Lune Ndiaye, Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover, geöffnet von 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Faust/Lune Ndiaye)

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