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Literarische Wegweiser

Panorama-Blick: Anke Stelling ist heute mit ihrem Erzählband „Grundlagenforschung“ im Literaturhaus Hannover zu Gast

Stets ein offener und kritischer Blick: Im vergangenen Jahr gewann Anke Stelling den Preis der Leipziger Buchmesse. Die Autorin zeigte sich in Folge dessen äußerst sympathisch

2018 bescherte die 1971 geborene Schriftstellerin Anke Stelling dem deutschen Buchmarkt ein echtes Highlight: „Trockene Schäfchen“. Ein Roman, der einen kritischen Blick sowohl auf die Rolle der Künstlerin wie auch auf die Rolle der Frau warf. Im Zentrum dieses Romans steht Resi, eine 40-jährige Schriftstellerin und Mutter, die sich an ihre 14-jährige Tochter richtet. Erfolglos ist Resi ganz und gar nicht, gewinnt sie doch einen hochdotierten Literaturpreis. Und auch Stelling gewann für die Offenheit ihrer Protagonistin Resi einen Literaturpreis, nämlich den der Leipziger Buchmesse. Die Presse stand anschließend Schlange bei Stelling und Stelling selbst reagierte so herzlich offen und kritisch auf ihren eigenen Erfolg, dass man sie folglich nicht mehr nur für ihr literarisches Können feierte. Denn während sie sich im eigenen Ruhmesglanz hätte suhlen können, dachte sie einerseits an all jene, die mit ihr nominiert waren, aber leer ausgingen und fühlte sich gleichzeitig in diesem „kapitalistischen Zirkus“ befremdlich und unwohl.

Nun ist Anke Stelling wieder zurück auf dem literarischen Markt und das nach unfassbar kurzer Verschnaufpause. Ihre Schäfchen sind schließlich erst seit zwei Jahren im Trockenen. Ihr neuester Coup nennt sich „Grundlagenforschung“ und ist als Erzählband genau das, was man sich unter dem Titel vorstellt. So stellt man sich Stelling selbst auf einem hohen Berg hockend vor, ausgestattet mit einem Fernglas die Menschen um sie herum im Panorama des Lebens beobachtend. Da haben wir die hoffnungsvollen 20-Jährigen, für die eine Liebesbeziehung das Zentrum des Universums darzustellen mag, oder aber auch die 30-Jährige, die mit gleicher Hoffnung, aber in ganz andere Richtungen blickt. Es scheint fast so, als hätte Stelling ihre eigenen Erkenntnisse der vergangenen Jahre gesammelt und als Erzählband gebündelt. Wie literarische Wegweiser leuchten sie auf den Seiten auf. Live und leuchtend kann man Anke Stelling heute im Literaturhaus Hannover antreffen. Dort liest sie coronakonform aus „Grundlagenforschung“. Nur ist Schnellsein gefragt, denn derzeit kann nur der Vorverkauf im Künstlerhaus genutzt werden.

Mittwich, 30. September 2020:
„Grundlagenforschung“, Lesung von und mit Anke Stelling, Literaturhaus Hannover, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt: 6 Euro

(Foto: Pressefoto/Literaturhaus Hannover/Nane Diehl)

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