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Rien ne va plus

Ensemble-Mitglied Hajo Tuschy bringt Dostojewskis Roman „Der Spieler“ als musikalisch begleitete One-Man-Show auf die Bühne des Ballhofs Zwei

Auch edler Zwirn schützt vor leeren Taschen nicht: Der Spieler (Hajo Tuschy)

Wir befinden uns im 19. Jahrhundert in einer deutschen Kurstadt namens Roulettenburg. Der Name ist Programm. Eine russische Gesellschaft rund um den „General“ hat sich dort versammelt. Hauptfigur ist Alexéi Iwánowitsch, angestellter Hauslehrer des Generals und hoffnungslos verliebt in dessen Schwiegertochter Polina. Diese spielt mit Alexéis sklavischer Unterwerfung, hat aber ein Auge auf den reichen Franzosen Grieux geworfen. Dessen Freundin Blanche wiederum will den General heiraten, doch es gibt einen Haken: Der General ist hochverschuldet und hat Grieux bereits alle seine Güter verpfändet. Blanche, die scharf auf den Generalstitel ist, heiratet nur, wenn ausreichend Geld vorhanden ist. Das soll von der reichen Babuschka kommen. Fast täglich erkundigt man sich nach dem Gesundheitszustand dieser Großtante. Doch anstatt zu sterben und dem General damit ein Vermögen zu hinterlassen, erscheint sie plötzlich selbst in Roulettenburg. Aber es kommt noch schlimmer: Sie setzt sich an den Roulette-Tisch.

Der Roulette-Tisch hängt wie ein Damoklesschwert über der ganzen Szenerie von Fjodor Dostojewskis Roman „Der Spieler“. Wer sich auf ihn einlässt, der ist verloren. Nur wenige schaffen den rechtzeitigen Absprung. Es sind sehr eindringliche Beschreibungen des Spielverhaltens und der Schmeißfliegen, die sich im Casino versammeln. Dostojewski kannte sich gut aus an den Spieltischen. Ob in Wiesbaden oder in Baden Baden, wo er einmal so viel Geld verzockte, dass sein Bruder ihm aus Russland zusätzliches schicken musste, damit er seine Reise fortsetzen konnte. Die Inszenierung, die den „Spieler“ als One-Man-Stück zeigt, ist eine Übernahme des Theaters Bonn und nach dem „Don Quichote“ bereits die zweite Aufführung des Regie-Duos Jacob Suske und Hajo Tuschy am Schauspiel Hannover.

Samstag, 10. Oktober 2020:
„Der Spieler“, Theaterstück nach dem Roman von Fjodor Dostojewski, Premiere, Ballhof Zwei, Knochenhauerstraße 28, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 18 Euro

(Foto: Pressefoto/Niedersächsisches Staatstheater/Kerstin Schomburg)

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