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In der Eisfabrik ist heute Abend das Tanztheaterstück „ZERO“ zu sehen, eine Zusammenarbeit der Commedia Futura mit Minako Seki und Yumiko Yoshioka

Tanztheater ZERO

„ZERO“ thematisiert eine Auseinandersetzung mit den Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, aber auch mit Krisen und Nullpunkten insgesamt

Vor 75 Jahren endete der Zweite Weltkrieg, einerseits eine lange Zeitspanne – länger, als die meisten von uns auf der Welt sind – gleichzeitig aber noch kein ganzes Menschenleben her. Während in Europa die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 das Kriegsende bedeutete, ging der Krieg im Pazifikraum noch fast vier Monate weiter, bis am 2. September mit Japan auch die letzte Achsenmacht kapitulierte. Doch mehr noch als Datum der japanische Kapitulation haben sich der 6. beziehungsweise der 9. August in das historische Bewusstsein eingeprägt, die beiden Tage, an denen auf Hiroshima und Nagasaki jeweils eine Atombombe abgeworfen wurde – der erste und bisher auch einzige Kriegseinsatz von Atomwaffen. Ingesamt 100.000 Menschen, die meisten Zivilist*innen oder Zwangsarbeiter*innen, starben sofort, weitere 130.000 Menschen kamen bis Ende des Jahres 1945 durch die Folgeschäden zu Tode.

Insbesondere natürlich in Japan selbst nimmt das Gedenken an die Opfer eine große Rolle ein, auch für die nationale und kulturelle Identität. Aber auch weltweit symbolisieren Nagasaki und Hiroshima den Horror des Krieges. So auch für das Tanztheaterstück „ZERO“, das seit Samstag in der Eisfabrik aufgeführt wird, für das der Atombomben-Abwurf der Ausgangspunkt war. „ZERO“, das steht einerseits für null, für das Nichts, den Nullpunkt, aber auch für die Möglichkeit zum Neuanfang. Das Stück ist eine Zusammenarbeit der Commedia Futura, einer in der Eisfabrik beheimateten Gruppe für experimentelles multimediales Theater, mit den Tänzerinnen und Choreographinnen Minako Seki und Yumiko Yoshioka – nicht die erste übrigens, schon 2017 wurde das Stück „TWO“ zusammen produziert. Der Atombomben-Abwurf auf Nagasaki und Hiroshima ist für „ZERO“ allerdings nur ein Aspekt: Generell dreht sich das Stück um Krisen, persönliche, wie auch gesellschaftliche, um Niederschläge, die ein Ende, aber auch einen Neubeginn markieren können. Damit passt „ZERO“ perfekt in unsere Zeit, in der die Corona-Pandemie aktuell vielleicht die größte, aber bei weitem nicht die einzige Krise ist.

Donnerstag, 24. September 2020:
„ZERO“, Tanztheaterstück, Zusammenarbeit der Commedia Futura mit den Tänzerinnen und Choreographinnen Minako Seki und Yumiko Yoshioka, Eisfabrik Hannover, Seilerstr. 15 F, 30171 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 18 Euro, ermäßigt: 12 Euro

Wegen der Corona-Pandemie müssen Tickets vorab unter commedia-futura.de/kartenservice.html [1] reserviert werden. Leider sind die Vorführungen bereits alle ausverkauft.

(Foto: Pressefoto/Eisfabrik)

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