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Get into town

Die Ausstellung „Schöne neue Welt“ zeigt in der Galerie für Fotografie, wie wir künftig vielleicht nicht leben sollten

Shanghai, Foto von Jürgen Strasser

„Steingewordener Fortschrittsglauben“: Shanghai auf einem Foto von Jürgen Strasser

In der heutigen Zeit zieht es bekanntermaßen viele Menschen auf das Land – um dem Corona-Virus zu entgehen, um Entschleunigung zu erfahren oder um einfach nur eine Ruhe zu bekommen, die sonst fehlt. So eine gängige Erzählung. Die andere Story ist die von wuchernden Metropolen, in welche die Menschen strömen, um Sicherheit und Glück zu finden oder um einfach nur zu überleben. Zum Beispiel, weil es in den Ballungsräumen der Städte Jobs gibt oder Wohnungen – oder aber einfach nur irgendeine Hoffnung.

In der Südstädter Galerie für Fotografie in der Eisfabrik zeigt der Fotograf Jürgen Strasser in seiner Ausstellung „Schöne neue Welt“ aktuell aber auch, wie eben diese Ballungsräume zu einem „steingewordenen Fortschrittsglauben“ mutieren konnten, Hochhaus-Fassaden und Massen-Wohnungsbau inklusive. Zu sehen sind gigantomatische Bilder aus Bangkok, Dubai, Hongkong, Kairo, Mumbai, Shanghai und Tokio. Keine Frage: Die Megastädte dieser Welt beeindrucken durch ihre kaum fassbaren Dimensionen. Sie erschrecken aber auch, denn es geht ja vor allem darum, Menschenmassen unterzubringen, koste es, was es wolle.

Der in Wiesbaden und Worpswede lebende Fotograf versucht, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche der Urbanisierung mit seinen Fotos zu erfassen. Dabei zeigt er aber auch präzise, wie wir Menschen in der Folge der Globalisierung nicht nur unsere Safe Spaces verlieren, sondern auch unsere Identität. Künstlerisch richtet er seinen Blick auf Strukturen, Flächen und Muster moderner Stadtarchitektur. Gestalten sollten wir selbige aber persönlich und gemeinsam und immer wieder neu. Denn es geht um unsere Zukunft.

Sonntag, 4. Oktober 2020:
„Schöne neue Welt“, Fotografien von Jürgen Strasser, Ausstellung, Galerie für Fotografie, Eisfabrik, Seilerstraße 15d, 30171 Hannover, geöffnet von 12 bis 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Galerie für Fotografie/Jürgen Strasser)

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