Cosma Jo Gagelmann
5. November 2020

„Ich mag Paris, aber ich bin mir nicht sicher, ob Paris mich mag“

Die Netflix-Serie „Emily in Paris“ ist in aller Munde, lässt kein Klischee aus, aber verzaubert die Zuschauer*innen trotzdem

Emily in Paris

Lily Collins spielt Emily Cooper, die sich in Paris verliebt hat

Eigentliche sollte Emilys Chefin (Kate Walsh), die sogar einen Master in Französisch hat, nach Paris reisen. Doch nachdem sie sich im Büro, im Beisein von Emily (Lily Collins), übergeben musste, stellt sich heraus, dass sie schwanger ist. Also muss nun Emily, ebenfalls Marketing-Fachfrau und bei ihrer Chefin beliebt, nach Paris reisen. Allerdings spricht sie kein Wort Französisch. Zwar versucht sie im Flugzeug noch schnell, sich die wichtigsten Vokabeln anzueigenen, aber so ganz klappt das nicht. In Paris angekommen, bezieht sie ein kleines Zimmer mit einer wundervollen Aussicht und einem ebenso wundervollen Nachbarn (Lucas Bravo) im Stockwerk unter ihr. Emily, stets perfekt gestylt und gerne auf Instagram unterwegs, ist froh, aus Chicago wegzukommen, auch wenn es ihrem Freund (Roe Hartrampf) dort gefiel. Trotzdem hatte Emily trotz der Liebe zu ihrem Freund das Bedürfnis, aus ihrem eintönigen Leben in Chicago auszubrechen und ein neues Abenteuer zu wagen.

An ihrem ersten Tag in der französischen Firma hat sie es nicht leicht: Die neue Chefin (Philippine Leroy-Beaulieu) akzeptiert sie nicht und die Kollegen lachen über ihre amerikanisches Verhaltensweisen. Emily hat es schwer, ihre Ideen für bessere Marketing-Strategien für verschiedene Produkte in ihrer Firma durchzusetzen. Laut ihrer Kolleg*innen muss sie erst lernen, dass Amerikaner*innen leben, um zu arbeiten, aber die Menschen in Frankreich es genau andersrum machen: Sie arbeiten, um zu leben. Trotzdem beißt Emily sich Tag für Tag durch, entdeckt Paris und die Gewohnheiten der Bewohner*innen. Sie ist stets top gestylt, wie eine Pariserin mit Barett, genießt französisches Essen und hat ihren ersten One-Night-Stand, nachdem sie ihren Freund abserviert hat, da der ihre Entscheidung, in Paris zu leben, dann doch nicht verstehen wollte.

Man sieht fast alle französischen Bürger*innen rauchen, jede*r trägt Designer-Kleidung, spricht offen über seine Affären und kommt erst um 11 Uhr morgens zur Arbeit, abends gibt es dann einen Feierabend-Wein. Eigentlich gibt es den Wein in Frankreich zu jeder Tageszeit. Emily macht immer etwas falsch, beispielsweise redet sie auf einer Gala über die Arbeit, aber ihr wird schnell verziehen. Auf einer Parkbank, während sie ein Baguette isst, lernt sie Mindy (Ashley Park) kennen, die aus China vor ihrem reichen Vater abgehauen ist und in Paris als Au-Pair arbeitet. Langsam kommt sie auch ihrem Nachbar Gabriel immer näher und freundet sich mit Camille an, ihrer ersten durch und durch französischen Freundin. Emily versucht ihr Bestes, sich anzupassen und genießt schließlich den französischen Lifestyle.

„Emily in Paris“ wuirde inszeniert von Darren Star, der schon „Sex and the City“ erschuf. Die Serie ist sehr schön anzusehen, erntete aber auch viel Kritik. So werden Klischees an keiner Ecke ausgelassen und man sieht immer nur die schönen Seiten der Stadt, nicht etwa die dreckige Metro. Doch gerade dieser Blick auf Paris, der nur so von Schönheit und Glamour strotzt, ist das Besondere an der Serie. Entweder man lässt sich von der Serie verzaubern oder man lästert, was das Zeug hält. In jedem Fall macht es Spaß, sie zu schauen, denn gerade in Corona-Zeiten kann man sich so super in die Ferne träumen.

Es wurde schon angedeutet, dass mögliche nächste Staffeln in anderen europäischen Großstädten spielen könnten, obwohl Emilys Zeit in Paris noch lange nicht vorbei ist. Die erste Staffel besteht aus 10 Folgen, die jeweils 24-34 Minuten lang sind. Eine zweite Staffel ist bislang aber noch nicht bestätigt.

Donnerstag, 5. November 2020:
„Emily in Paris“, Staffel 1, verfügbar auf Netflix

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Film, Medien, Tagestipps

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