Cosma Jo Gagelmann
25. November 2020

Liebes Tagebuch…

Heute wären Ninia LaGrande und Jasmin Mittag in der Warenannahme des Kulturzentrum Faust zu Gast gewesen, nun lesen sie bei einem Instagram-Live-Stream

Ninia LaGrande und Jasmin Mittag

Ninia LaGrande und Jasmin Mittag haben in alten Tagebüchern gestöbert

„Liebes Tagebuch, heute ist mir etwas sehr Peinliches passiert…“, „Liebes Tagebuch, ich glaube, ich habe mich verliebt…“ oder auch „Liebes Tagebuch, es tut mir leid, dass ich mich solange nicht mehr gemeldet habe…“ – das sind nur einige Phrasen, die bestimmt viele Leute sehr gut kennen. Viele Menschen schreiben Tagebücher, um sich Schmerz und Trauer von der Seele zu schreiben, schöne Ereignisse festzuhalten oder seine Ängste mitzuteilen. Mittlerweile sind Tagebücher wieder in aller Munde, da sie Stress reduzieren und für mehr Achtsamkeit und Selbstliebe sorgen. Kein Wunder, dass in der schwierigen Zeit der Corona-Krise zwei Frauen die Idee hatten, mehr aus den zugestaubten Tagebüchern zu machen.

Ninia LaGrande und Jasmin Mittag haben zunächst in ihren eigenen alten Tagebüchern und auch Briefen gestöbert und dann andere Menschen nach ihren Erinnerungen und Aufzeichnungen befragt. Und vielleicht ist die Zeit dafür genau richtig. Aufgrund der Corona-Krise hatten viele gezwungenermaßen Zeit, ihr eigenes Zuhause besser kennenzulernen, umzuräumen und neu zu sortieren. Das hilft nicht nur gegen Langeweile, sondern brachte auch längst vergessene Schätze ans Licht: alte Tagebücher. Dabei sind LaGrande und Mittag viele Erinnerungen hochgekommen, egal ob der damals tägliche Austausch mit dem Freund, der jeden Abend um diesselbe Uhrzeit noch Hausaufgaben machen muss, oder der Schwarm, der sich durch eine gewisse Aktion selbst in Aus katapultiert hat. Jedes noch so kleine Detail aus dem damaligen Leben hatte es auf gutem Grund in das Tagebuch geschafft. Es war also superreflektierend, die Tagebücher nochmal zu lesen. Trotzdem ist den Autorinnen aufgefallen, dass bestimmt auch andere Menschen solche schriftlichen Erinnerungsstücke besitzen. Also haben sie sich Texte einsenden lassen, die sie nun anonymisiert vorlesen, dabei sind auch einige von ihnen persönlich dabei. Diese Aktion nennen sie „Schubladenlesungen“. Man kann sich also auf einen Abend gefasst machen, bei der man traurige, nachdenkliche, berührende, fröhliche und auch lustige Texte hören wird.

Mittwoch, 25. November 2020:
„PS: Oma hat neue Zähne.“, Lesung, Live-Stream auf dem Instagram-Account der Schubladen-Lesungen, Beginn: 21 Uhr

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Faust)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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