Cosma Jo Gagelmann
21. November 2020

Mein neuer Mitbewohner, das Känguru

Im Apollo-Kino hätte man heute „Die Känguru-Chroniken“ sehen können. Im Lockdown empfiehlt sich die gute alte DVD nach dem Roman von Marc-Uwe Kling

Die Känguru-Chroniken Film

Ein Känguru als Mitbewohner ist schon verrückt, aber dass es sprechen kann, ist noch schlimmer

Mitbewohner*innen zu haben ist nicht Besonderes. Sie sind eben da, vermüllen die WG, kochen leckere Sachen, haben zu laute Musik an oder einen komischen Nebenjob. Meistens sind es Leute, die man vorher gar nicht gekannt hat, wenn man beispielsweise in eine neue Stadt gezogen ist. Manchmal gründet man einfach mit seinen besten Freund*innen eine WG. Doch Freundschaft bedeutet nicht gleich, dass auch das Zusammenleben reibungslos funktioniert. Besonders dann, wenn der Mitbewohner ein Känguru ist, das sprechen kann, wird das eigene Leben ganz schön umgeworfen. Marc-Uwe Kling war nicht auf der Suche nach einem Mitbewohner, trotzdem ist sein neuer Nachbar, das Känguru, das sprechen kann, ziemlich schnell bei ihm eingezogen. Dabei war es dem Känguru egal, was Marc-Uwe davon hält.

Diskutieren kann man mit dem Känguru nur sehr schlecht, da es leider immer mit vielen, teils komischen Argumenten die eigenen aussticht. Die Freundschaft zwischen den beiden ist also nicht für alle Außenstehenden nachvollziehbar. Marc-Uwe und das Känguru wohnen in einer WG im Berliner Stadtteil Kreuzberg und fühlen sich dort sehr wohl. Klar, dass es da irgendwann ein Problem geben muss: Ihr Kiez wird durch einen Immobilien-Giganten bedroht, der dort ein riesiges Bau-Projekt umsetzen will. Das passt dem kommunistischen Känguru gar nicht. Deshalb schmiedet es einen kängurutastischen Plan – und so wird Marc-Uwe in ein neues Dilemma mitreingezogen. Eigentlich hatte das Känguru einen, seiner Meinung nach, tollen Plan, doch da Marc-Uwe den zunächst nicht verstanden hat, ebenso wenig wie die zweite und die dritte Version des Plans, müssen die beiden es irgendwie anders schaffen…

Marc-Uwe Klings Bestseller „Die Känguru-Chroniken“ wurde inzwischen verfilmt. Vielleicht werden die anderen Teile der Buch-Trilogie, „Das Känguru-Manifest“, „Die Känguru-Offenbarung“ genauso erfolgreich auf die Leinwand gebracht. Zwar spielt Marc-Uwe Kling in dem Film nicht selber mit, aber trotzdem gleicht der Film dem Buch sehr und verliert nichts von Klings Humor. Das Känguru ist sowohl in schriftlicher Form als auch im visuellem Erlebnis etwas, das man nicht verpassen sollte. Das Känguru sieht es übrigens genauso.

Samstag, 21. November 2020:
„Die Känguru-Chroniken“, Spielfilm von Dani Levy, D 2019, 92 min., als DVD erhältlich

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

Ein Kommentar

  1. Ernst Reimann sagt:

    Das klingt wirklich nach einem super spannenden Film
    Die Szenische Darstellung eines Kängurus würde ich mir gerne mal anschauen.

    Vielen Dank für den tollen Filmtipp und einen schönen Abend!

    Gerne mehr von solch politisch angehauchten Film bzw. Buchtipps.

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