Susanne Viktoria Haupt
7. November 2020

Für den Silberstreifen am Horizont

Egal ob Soli-Ticket oder Trödel-Spende, das Béi Chéz Heinz kann unsere Hilfe gut gebrauchen

Das Trödel-Café vom Béi Chéz Heinz kann derzeit leider nicht stattfinden. Hannovers liebsten Keller-Club könnt Ihr dennoch unterstützen

Erst Ende Oktober wurde Chemnitz der Titel der Kulturhauptstadt 2025 verliehen. In der Rede zur Preisvergabe hieß es von Seiten des Jury-Mitglieds Sylvia Amann, dass gerade in diesen Zeiten Kultur in den Mittelpunkt gerückt werden sollte. Schön gesagt, aber die Kulturbranche zeichnet in der Pandemie leider ein ganz anderes Bild. Solo-Selbstständige, darunter viele Künstler*innen und Kulturschaffende werden zum Arbeitslosenantrag gedrängt, da sie auf Grund fehlender Betriebskosten kein Anrecht auf anderweitige Hilfe vom Staat haben. Wer nun glaubt, dass das doch keine große Sache sei, und Geld doch eben nun mal Geld sei, egal woher es kommt, der möge sich bitte etwas näher mit dem Konstrukt des Arbeitslosengeldes, den Rentenzuschüssen und Abzügen beschäftigen. Offenbar nimmt ein Großteil der Gesellschaft es gerne in Kauf, wenn unabhängige Clubs, Galerien und Theater um ihre Existenz bangen müssen. Wenn die Hannoversche Allgemeine Zeitung dann mit reißerischen und schlecht recherchierten Artikeln auf Bild-Niveau genau diese freie Kulturszene als Corona-Hotspots anprangert und dafür teilweise sogar noch bejubelt wird, kann man keineswegs mehr von der Wahrnehmung einer Wertigkeit der Kultur sprechen.

Das Béi Chéz Heinz am Fössebad gehört zu jenen Institutionen, die einfach mehrfach gebeutelt sind. Zum einen soll das Heinz einem Neubau des Fössebads weichen, zum anderen kämpft es genau wie alle anderen kleinen Clubs in der Krise ums nackte Überleben. Um sich zumindest einen Silberstreifen am Horizont zu erhalten, setzt der geliebte Keller-Club derzeit auf zwei Konzepte. Einerseits kann man für 11 Euro ein Soli-Ticket erstehen. Wenn das Heinz irgendwann wieder öffnen kann, soll es für alle Ticketinhaber*innen ein besonderes Dankeschön geben. Andererseits lädt das Heinz normalerweise in regelmäßigen Abständen zum großen Trödel-Café ein. Hier lassen sich zahlreiche Schätze aus den Bereichen Buch, Geschirr, Küchen-Utensilien, Technik, Kleidung, Spielzeug, Gesellschaftsspiele, Lampen, Kleinmöbel und vielem mehr finden. Der Erlös kommt dem Erhalt des Heinz und seinem Verein zu Gute. Shoppen für den guten Zweck also.

Dank Corona und den neuesten Auflagen ist nun auch die Durchführung des Trödel-Cafés nicht mehr möglich. Zumindest nicht im November. Da die Zahlen weiterhin steigen, ist derzeit ungewiss, ob das kulturelle Leben im Dezember wieder hochfahren kann. Untätig müsst Ihr deswegen aber nicht bleiben. Zum einen könnt Ihr weiterhin selbstverständlich Soli-Tickets kaufen. Auf der anderen Seite könnt Ihr weiter guterhaltenen Trödel an das Béi Chéz Heinz spenden, der dann beim nächsten Trödel-Café zugunsten des Clubs verkauft werden kann. Durchstöbert also mal Eure Bücherregale und eure Kellerräume, ob sich da nicht etwas Brauchbares finden lässt. Damit das Heinz weiterhin einen Silberstreifen am Horizont sieht.

Samstag, 7. November 2020:
Unterstützt das Béi Chéz Heinz mit einem Soli-Ticket für 11 Euro oder einer Trödel-Spende!
mehr Infos unter www.beichezheinz.de

(Foto: Pressefoto/Béi Chéz Heinz)

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Kategorien: Lokalitäten, Tagestipps

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