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Auf nach Absurdistan!

Das perfekte Spiel für merkwürdige Zeiten: „Cards against Humanity“

Ein echter Belastungstest für die Lachmuskeln: Das Kartenspiel „Cards against Humanity“

Albert Camus hatte es ja eigentlich ausdrücklich gesagt. Das Verhältnis zwischen Mensch und Welt ist absurd. Unser Leben macht keinen Sinn. Und er sagt auch, die einzige Lösung bestünde darin, dass wir ihn auch gar nicht suchen, sondern unser Dasein schlicht und ergreifend genießen. Da hat jemand den öden Existenzialismus richtig schön weitergedacht. Mir gefällt das. Während ich diese Zeilen tippe, steht übrigens noch nicht fest, ob der kulturelle Lockdown im Dezember noch anhalten wird, oder aber ob wir noch die Kurve bekommen. Ich weiß also nicht, ob dieser Tagestipp Euch die letzten 48 Stunden ohne Kino-Kunst-Kultur versüßt, oder ob er Euch vielleicht auch im Dezember den ein oder anderen Abend retten wird. Aber eins kann ich versprechen: Das, was ich hier vorstelle, ist nahezu so herrlich absurd, wie das Leben selbst. Vorausgesetzt, Ihr habt einigermaßen gute Englisch-Kenntnisse, oder aber eine*n gute*n Übersetzer*in zur Hand.

„Cards against Humanity“ ist das wahrscheinlich politisch unkorrekteste, anzüglichste, obszönste Kartenspiel, dass die Welt bisher gesehen hat. Glücklicherweise! Ohne dieses Kartenspiel wären meine Lachmuskeln weniger trainiert. Erdacht und ausgeklügelt wurde das Kartenspiel von insgesamt acht ehemaligen High School-Schüler*innen im schönen Staate Illinois, und es wurde 2011 durch eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter finanziert. Warum es dieses Spiel in Deutschland immer noch nicht in deutscher Sprache gibt, ist mir schleierhaft, denn ich persönlich weiß, dass sich das Spiel auch hierzulande großer Beliebtheit erfreut.

Für eine gepflegte Runde „Cards against Humanity“ benötigt Ihr mindestens vier Spieler*innen. In größter Isolationsnot gehen aber auch drei. Jede*r Mitspieler*in bekommt zehn weiße Karten, bis auf der Card Czar. Dieser nämlich muss im Laufe des Spiel wichtige Entscheidungen treffen und nimmt nicht am klassischen Spielgeschehen teil. In der Mitte des Tisches wird eine schwarze Karte aufgedeckt. Auf jeder schwarzen Karte ist ein Lückentext vermerkt und Ihr müsst anschließend schauen, welche Eurer weißen Karten am besten die Lücke füllen würde. Ich würde jetzt gerne eine Auswahl von Beispielen angeben, aber wie bereits erwähnt: Das Spiel ist weder politisch korrekt, noch für Kinder geeignet. Der Card Czar liest anschließend alle Lösungsvorschläge laut vor und entscheidet, welcher von allem am lustigsten ist. Der Card Czar kann selbstverständlich mit jeder neuen Runde wechseln.

Und weil wir mittlerweile wissen, dass Amazon der große Gewinner der Pandemie ist, kauft Euch das Spiel doch bitte bei Bedarf im lokalen Handel. Beispielsweise ganz einfach bei Fantasy-In in der Hildesheimer Straße 11, direkt gegenüber von der Stadtbibliothek. Dort werdet Ihr dankenswerterweise auch feststellen, dass es nicht nur das Basis-Set gibt, sondern auch diverse Erweiterungen.

Sonntag, 29. November 2020:
„Cards against Humanity“, Kartenspiel, Preis: um die 35 Euro

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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