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Big Bang

Adam und Eva oder doch der große Knall? Ein Live-Stream-Vortrag des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik und des gleichnamigen Instituts der Universität Hannover geht heute unseren kosmischen Ursprüngen auf die Spur

Die Entstehung des Universums

So ist unser Universum entstanden. Ist doch gar nicht schwer zu verstehen!

Ich schaue so gerne über den Tellerrand. Natürlich wäre es einfacher und entspannter, wenn ich stets in meiner Komfortzone bleiben würde. Ich würde einfach immer nur Bücher lesen, die meinen bisherigen Lektüren ähnlich sind. Ich würde nur Zeitungen lesen, die meiner Sichtweise entsprechen. Ich würde mich ausschließlich mit dem Teil der Kultur beschäftigen, der mich auch privat, beziehungsweise persönlich unterhält. Das wäre unfassbar einfach, aber auch gähnend langweilig. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich ansonsten niemals weiterentwickeln würde. Also interessiere ich mich beispielsweise sehr für Medizin und liebe sperrige naturwissenschaftliche und technische Themen, bei denen ich die meisten Begriffe erst einmal nachschlagen muss. Es geht dabei auch gar nicht darum, dass ich alles verstehen muss, dass ich auf einmal in fremden Gebieten zur Expertin werde. Wer Angst vor dem Versagen und dem Nicht-gut-sein hat, der wird nicht wachsen. Ich liebe den Reiz, der von dem Unbekannten ausgeht.

Physik habe ich tatsächlich direkt nach der 11. Klasse abgewählt. Gleich nach Chemie, denn in Chemie war ich tatsächlich noch schlechter als in Physik. Alles was ich noch weiß, ist, dass ein Newton einer Tafel Rittersport-Schokolade entspricht. Dennoch ging gerade von der Physik immer eine gewisse Faszination aus. Die Naturwissenschaften sind eben die erklärenden Wissenschaften, die Kulturwissenschaften hingegen verstehen. Und wir brauchen nun mal auch Erklärungen. Zum Beispiel wenn es darum geht, wie wir entstanden sind. Damit meine ich kein an unsere persönliche Existenz vorangegangenes Schäferstündchen, sondern wie die Welt, auf der wir uns befinden, entstanden ist. Gehen wir einfach mal davon aus, dass die Geschichte rund um Adam und Eva zwar irgendwie ein nettes christliches Märchen ist, aber wie so vieles in der Bibel eher als Metapher verstanden werden muss. Die Welt kann allerdings auch schlecht einfach schon so „dagewesen“ sein. Alles entsteht irgendwie. Alles hat einen Anfang und ein Ende. In den Naturwissenschaften regiert vornehmlich die Theorie des Urknalls. Der Urknall, der den Beginn unseres Universums, unseres Raumes und unserer Zeit darstellt. Aber was ist eigentlich ein Urknall? Hat es wirklich geknallt? Was ist die Singularität, aus der ganze Universen entstehen können und gibt es vielleicht noch andere Ansätze, die die Entstehung unseres Universums erklären können?

Genau darum dreht es sich heute beim Vortrag von Dr. Anna Ijjas vom Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik. Die theoretische Physikerin legt den Fokus ihrer Forschung vor allem auf Kosmologie und Gravitation. Im Rahmen der Vortragsreihe „Gravitation und Physik im Advent“ wird sie heute allen Interessierten erklären, was vor rund 13,8 Milliarden Jahren wirklich geschah und welche Auswirkungen dies noch heute auf uns hat. Nun muss man sich allerdings keine Sorgen machen, dass man ohne einen Master in Physik nichts verstehen wird, denn die Vorträge dieser Reihe sind gezielt populärwissenschaftlich ausgelegt. Das bedeutet: Auch so richtige Nieten in Physik wie meine Wenigkeit werden irgendetwas mitnehmen können. Habt also keine Angst vor dem Urknall, dem Urprall, dem Nichtverstehen und der eigenen Unwissenheit und stürzt euch ins Wissenschaftsvergnügen. Ihr könnt nur gewinnen.

Mittwoch, 9. Dezember 2020:
„Unserem kosmischen Ursprung auf der Spur“, Vortrag von Dr. Anna Ijjas, in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und dem Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover, Beginn: 19 Uhr, Eintritt frei, Zugang über den virtuellen Vortragsraum [1]

(Foto: Waterced/Wikipedia, Copyright: CC BY-4.0 [2])

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