Susanne Viktoria Haupt
11. Dezember 2020

Kein Platz für Höflichkeit

Statt Serien und Live-Streams empfehlen wir heute mal ein wenig Offline-Spaß: das Kartenspiel „Munchkin“

Ihr haltet bereits „Mensch ärgere dich nicht“ für fies? Dann spielt mal eine Runde „Munchkin“!

Momentan bekommt man schnell das Gefühl, dass alle Welt kaum etwas anderes macht, als abends auf dem Sofa zu sitzen und zu streamen. Da werden online Kulturveranstaltungen gestreamt, Serien und Filme gestreamt, Vorträge und Konferenzen gestreamt. Das ist schön und gut, aber ich persönlich mag wirklich nicht jeden Abend aufs Viereck schauen. Ich finde schon dieses Binge Watching fürchterlich anstrengend, weil es das Gehirn nur sehr einseitig stimuliert. Dann doch lieber auf zwei Folgen die Woche konzentrieren und darüber freuen, dass man noch etwas vor sich hat. Aber was kann man machen, außer mit dem eigenen oder maximal einem weiteren Haushalt abends zusammen zu sitzen und wilde Diskussionen zu führen? Ihr ahnt es schon: Gesellschaftsspiele!

Wie eifrige Leser*innen bereits durch meine Artikel über „Isle of Skye“ und „Cards Against Humanity“ gemerkt haben, bin ich ein riesiger Fan von Gesellschaftsspielen. Ich habe sogar eine Spiele-Wunschliste, auf der beispielsweise „Ticket to Ride“ ganz oben vermerkt ist. Heute möchte ich Euch allerdings ein Kartenspiel vorstellen, bei dem Ihr durchaus ein dickes Fell haben müsst und nicht allzu nett sein dürft.

„Munchkin“ heißt das gute Stück, dass in Deutschland durch Pegasus Spiele vertrieben wird. Grundlage des Spiels war einst das Buch „The Munchkin’s Guide to Powergaming“, dass vom späteren Spiele-Erfinder Steve Jackson verlegt wurde. Mitspielen können drei bis sechs Spieler*innen, eine durchschnittliche Runde mit drei Spieler*innen dauert mindestens 45 Minuten. Jede*r Spieler*in bekommt zunächst vier Tür- und vier Schatzkarten. Besonders die Schatzkarten sind wichtig, da sie unter anderem Rüstungselemente und Klassen erhalten, die Ihr annehmen könnt. Je besser Eure Rüstung ist, desto mehr Chancen habt Ihr gegen die Monster, die sich hinter den Türkarten verbergen. Werdet Ihr nämlich von einem Monster besiegt, verliert Ihr entweder wertvolle Stufen oder aber Teile Eurer Rüstung. Klingt zunächst irgendwie kompliziert, ist es aber gar nicht. Pro Runde tretet Ihr eine Tür ein – das heißt, dass Ihr eine neue Karte vom Türkarten-Stapel nehmt. Dahinter kann sich, wie bereits erwähnt, ein Monster befinden, aber auch ein Fluch, der fortan auf Euch lastet.

Nun kommen wir aber zu den Gemeinheiten dieses Spiels. Falls Eure Rüstungspunkte nicht gegen ein Monster ausreichen, kann Euch ein*e andere*r Mitspieler*in helfen. Oder Euch das Leben noch mehr zur Hölle machen, in dem er oder sie das Monster unterstützt, Euch einen Fluch vor die Füße wirft oder aber ein Extra-Monster ins Spiel bringt. Spielt man „Munckin“ mit Menschen, die keine Gemeinheiten und keinerlei Spaß verstehen, wird die Runde sicherlich sehr kurz werden. Spielt man aber mit Menschen, die Austeilen und Einstecken können, sind nicht nur der Spaß, sondern auch ellenlange Lachanfälle und irrwitzige Schummeleien garantiert. Passend dazu sind auch die Klassen, Flüche, Monster und Rüstungsteile humorvoll illustriert und benannt. Außerdem kommt „Munchkin“ mit unzähligen Erweiterungen und Sonder-Editionen um die Ecke. Das Basis-Spiel lässt sich so mehrfach sehr interessant erweitern.

Zudem passen die kleinen Sonder-Editionen nicht nur gut in jede Reisetasche, sondern lassen sich auch ohne Basis-Spiel gut spielen. Egal ob Star Wars, Grimms Märchen oder Shakespeare – Die Macher*innen hinter „Munchkin“ geben sich für die themenspezifischen Editionen wirklich alle Mühe. Erschwinglich ist das Ganze auch noch, denn das Basis-Spiel inklusive einer Erweiterung kostet gerade einmal 19,95 Euro. Wen es jetzt gepackt hat, dem lege ich einen Besuch bei Fantasy In auf der Hildesheimer Straße ans Herz, denn hier findet Ihr nicht nur die Basis-Erweiterungen, sondern auch etliche Sonder-Editionen. Buy local eben, so mögen wir das.

Freitag, 11. Dezember 2020:
„Munchkin“ Kartenspiel, Basis-Spiel ab 19,95 Euro, Sonder-Editionen bereits ab 9,95 Euro

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Tagestipps, Unrat

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