Susanne Viktoria Haupt
1. Januar 2021

Kleine und große Wünsche

Neues Jahr, neues Glück? Wir hoffen es! Ein paar kleine und ein paar große Wünsche für das neue Jahr

Was wir 2021 wohl alle am dringendsten benötigen, ist Erholung von 2020. Daher hier ein kurzer Augen-Urlaub mit Blick aufs Meer

Ein neues Jahr, ein neuer Ausblick, neue Hoffnung und ein Silberstreifen am Horizont. Das neue Jahr kann gefühlt alles einmal auf null stellen. Einmal zurück auf Werkseinstellung. „Herr Ober, bitte dieses Mal ohne Pandemie! Und bitte auch ohne Flüchtlingskrise und Rassismus, dafür aber mit einer drastischen Senkung der Treibhausgase! Gerne auch etwas weniger Bodyshaming und Catcalling! Mit extra viel Feminismus-Sauce!“. Ja, unsere Wunschliste für 2021 ist lang, oder etwa nicht? Neben all diesen großen Wünschen, sind es aber auch die kleinen, die sich in rauen Mengen angehäuft haben.

Zum Beispiel einfach mal wieder am Meer sitzen und sich nicht dabei schlecht fühlen müssen, weil man nicht daheim geblieben ist. Die beste Freundin sorgenfrei umarmen, die nun mal im Einzelhandel ein größeres Risiko ertragen muss, als man selbst im warmen Home Office. Einfach mal wieder irgendeinen Kurzurlaub buchen oder irgendwo spontan hinfahren, ohne die Sorge zu haben, dass Grenzen dicht gemacht werden oder aber man sich auch dort, wo man hingefahren ist, kaum bewegen kann. Ohnehin mal wieder frei bewegen können. Menschen versehentlich anrempeln und dabei nicht in Panik geraten. Menschen sichtbar zulächeln können ohne eine Maske. Sich für einen Moment nicht um die Risiko-Patienten in der eigenen Familie sorgen müssen. Okay, zugegeben, das ist ein Wunsch für die Masterliste. Stapeln wir mal lieber wieder klein.

Mal wieder einfach spontan ins Kino gehen und sich danach das Popcorn aus dem Ausschnitt fischen müssen. Oder in einem vollen Saal einen Poetry Slam sehen. Oder überhaupt mal wieder auf eine Kulturveranstaltung gehen, die tatsächlich offline stattfindet. Durch die Altstadt laufen und dabei ein belegtes Brötchen im Gehen essen. Menschen nicht anschreien müssen, weil man durch die Masken manchmal leider etwas schlecht zu verstehen ist. Vor einem möglichen Treffen mit Freund*innen im Garten nicht die neuen Versammlungsbestimmungen abrufen müssen. Einfach mal wieder vor Ort irgendwo essen gehen und sich dabei keine Gedanken machen müssen. Auf einer Party neue Menschen kennenlernen, die man an einem Abend bereits so lieb gewinnt, dass man sie zum Abschied nicht nur umarmen will, sondern auch kann. Und nicht mehr mit „Querdenker*innen“ diskutieren zu müssen, die sich mit Sophie Scholl oder Anne Frank vergleichen.

Wir warten. Beharrlich. Nicht auf Godot, aber darauf, dass es besser wird. Die Zeichen stehen ja irgendwie nicht so schlecht. Der Impfstoff kommt und selbst Trump wurde abgewählt. Wir atmen noch nicht auf, sind aber mehr als bereit dafür. Was nach der Pandemie kommt? Ich habe keine Ahnung. Aber ich hoffe von Herzen, dass wir uns kollektiv 2021 von 2020 erholen können.

Freitag, 1. Januar 2021:
langeleine.de wünscht allen Leser*innen ein frohes und gesundes neues Jahr 2021!

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Tagestipps, Unrat

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