Sebastian Albrecht
17. Dezember 2020

Ein anderes Miteinander?

„Wie hat Corona unser Miteinander verändert?“ – diese Thema sollte heute ein Live-Stream des Herrenhäuser Forums behandeln, doch leider wurde die Veranstaltung kurzfristig abgesagt

Wie hat uns die Corona-Pandemie verändert?

Hat uns Corona ins Negative verändert? Diese Frage muss man sich stellen

Es gibt diese Themen, denen man längst überdrüssig geworden ist. Die vierunddreißigste Bayern-Meisterschaft in Serie im Speziellen und das kaputte Modell Profi-Fußball im Allgemeinen beispielsweise. Die Millionengräber des Andreas Scheuer. Oder alles, was mit Donald Trump zu tun hat. Dieses Jahr hinzugekommen: Corona. Wem es gelungen ist, auch nur einen Tag keine Meldungen, Leitartikel, Diskussionen, WhatsApp-Bilder von Verwandten oder ähnliches mitzubekommen, lebt entweder im tiefsten Wald ohne Verbindung zur Außenwelt oder hat eine beachtliche Selbstbeherrschung, was die eigene Medien- und Handy-Nutzung angeht, denn ein Entkommen gibt es eigentlich nicht: Das fängt bereits in den eigenen vier Wänden an, wenn kontrolliert wird, ob der Mund-Nasen-Schutz auch eingepackt ist. Und es geht draußen weiter, wenn einem andere maskierte Menschen begegnen, und es hört bei den Zahlen der täglichen Neuansteckungen noch lange nicht auf.

Nicht einmal ganz ein Jahr alt, geht vermutlich kein Thema aktuell so auf die Nerven wie Corona. Schön wär’s, könnte man es einfach ignorieren wie eine unsägliche Promi-Hochzeit, wie Heidi Klum oder wie Fußball-Nationalmannschaftsspiele, aber es werden vermutlich noch einige Steuer-Millionen aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur den Verschwendungsfluss entlangfließen, bis das Thema Corona nicht mehr unseren Alltag bestimmt.

Es ist sicherlich unstrittig, dass Corona in unserer Gesellschaft für Veränderungen gesorgt hat. Einige sind ganz augenscheinlich: Wir tragen Masken, wenn wir einkaufen gehen, halten Abstand zu Menschen, nicht nur zu fremden, sondern auch zu denen, die wir eigentlich gar nicht auf Abstand halten wollen wie Familie und Freund*innen. Wir gehen weniger raus, Kulturveranstaltungen sind zu einem blassen Anachronismus geworden und Mannschaftssport kann nur noch dort ausgeübt werden, wo er entsprechende Umsätze generiert. Schulen und Kindertagesstätten waren eine lange Zeit geschlossen und sind es jetzt wieder, aber irgendwie auch nicht. Wo es möglich war, zogen viele aus dem Büro ins Home Office. Als es Mitte März zum Lockdown kam, hängten viele Menschen Zettel aus und boten Mitmenschen, die zu Risikogruppen gehörten, ihre Hilfe, etwa beim Einkaufen an. Auf der anderen Seite nahmen die Fälle häuslicher Gewalt zu.

Mit diesem Thema wollte sich heute auch das Herrenhäuser Forum auseinandersetzen. Inwieweit wirken die Veränderungen und Einschränkungen sich auf unser Handeln, unser Denken und unsere Zukunft aus? Welche werden auch nach der Pandemie noch länger nachhallen? Könnten einige von ihnen positive Auswirkungen haben, zum Beispiel für das gesellschaftliches Miteinander, ja, gar für eine bessere Welt? Oder verfällt die Menschheit nach der Pandemie wieder in ihren alten Trott? Ist sie vielleicht trotz Corona nie aus diesem gekommen? „Wie hat Corona unser Miteinander verändert?“ lautete die Frage, die mit den vier Gästen Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Prof. Dr. Hansjörg Dilger, Prof. Dr. Ute Frevert und Prof. Dr. Jürgen Manemann heute Abend diskutiert werden und als Live-Stream gezeigt sollte. Leider wurde die Veranstaltung vorerst abgesagt, sie soll aber nach Möglichkeit nachgeholt werden.

Donnerstag, 17. Dezember 2020:
„Wie hat Corona unser Miteinander verändert?“, Diskussion im Herrenhäuser Forum, leider vorerst abgesagt

(Foto: Sebastian Albrecht)

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Kategorien: Politik, Tagestipps

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